Was sind Synthetische Drogen?

Der Mensch ist ein Wesen, dem stets eine gewisse Abhängigkeit innewohnt. Unser Körper kann sich sehr schnell an die verschiedensten Stoffe gewöhnen, aber auch Verhaltensformen können uns in ihren Bann ziehen. In besonders schweren Fällen spricht man in diesem Zusammenhang von einer Sucht, die besonders Konsumenten von Drogen droht. Unter einer Sucht versteht man in der Regel einen übermäßigen Konsum von bestimmten Stoffen wie zum Beispiel Medikamente, Alkohol, Nikotin oder allgemein Drogen. Eine Sucht entsteht für gewöhnlich nicht auf einmal, sondern ist das Ergebnis eines Prozesses, der mit der Gewöhnung an einen Stoff beginnt. Im nächsten Schritt stellt sich eine psychische Abhängigkeit ein, die anschließend in eine körperliche Abhängigkeit führen kann. Bei einer sehr ausgeprägten Sucht verlangen Körper und Geist nach dem jeweiligen Stoff und beide sind nur noch funktionsfähig, wenn dieser vorhanden ist.

Es gibt mittlerweile unzählige Drogen, die man in verschiedene Klassen einteilen kann: Zum unterscheidet man in legalen Drogen, die frei erhältlich sind und auch von der Gesellschaft toleriert werden. Zum anderen gibt es illegale Drogen, die man nur auf dem Schwarzmarkt erwerben kann und die gesellschaftlich geächtet sind.

Ein weiteres Kriterium zur Einteilung von Drogen betrifft die Auswirkungen dieser Substanzen auf einen Menschen. Weiche Drogen führen langsam in die Abhängigkeit und ihre gesundheitlichen Risiken sind nicht sofort ersichtlich. Auf der anderen Seite gibt es die harten Drogen, die sehr schnell in die Sucht führen und auch den Körper in kürzester Zeit zugrunde richten.

Daneben ist es auch üblich die verschiedenen Drogen nach ihrem Herstellungsprozess zu klassifizieren. Es gibt viele natürliche Drogen, die meist aus Pflanzen gewonnen werden können. Hierzu zählen zum Beispiel Tabak und Marihuana. Eine weitere wichtige Stoffklasse sind die so genannten synthetischen Drogen, die mittels chemischer Verfahren in komplizierten Herstellungsprozessen gewonnen werden.

Was sind synthetische Drogen?

Bei den Synthetischen Drogen handelt es sich um Betäubungsmittel, die ausschließlich im Labor hergestellt werden und die zum Teil auch zu medizinischen Zwecken eingesetzt werden. Eine weitere wichtige Untergruppe in diesem Umfeld sind die halbsynthetischen Drogen, die als Rohstoff einen natürlichen Grundstoff besitzen, der dann in einem Labor chemisch verändert wird. Während der Herstellung versucht man mittels verschiedener chemischer Methoden, die verschiedenen psychoaktiven Substanzen zu erzeugen, zu verstärken oder zu aktivieren.

Es konnte sich in den letzten Jahren eine ganze illegale Industrie entwickeln, die sich mit Drug-Design beschäftigt und die sehr viele Ressourcen investiert. Detaillierte Kenntnisse in der Chemie sind dazu genauso vonnöten wie hochmoderne Anlagen. Die meisten synthetischen Drogen haben ganz normale chemische Bezeichnungen wie zum Beispiel Fentanyl (Heroin). Weil diese Namen jedoch nicht gerade verkaufsfördernd sind, haben sich die Produzenten einprägsamere und hippere Namen einfallen lassen, damit die Drogen in den entsprechenden Szenen besser ankommen. Die Darreichungsform dieser Drogen erinnert meist an Medikamente. So werden diese Stoffe gerne als Tabletten, als Pulver, als Kapseln oder in Spritzen vertrieben und konsumiert.

In den letzten Jahren konnten sich die synthetischen Drogen rasant verbreiten und vor allem bei jungen Konsumenten werden sie zunehmend beliebter. Die Risiken und Gefahren, die von diesen Drogen ausgehen, werden zwar medienwirksam verbreitet, doch scheint es einen weiteren Aufwärtstrend zu geben.

Wirkung und Risiken der synthetischen Drogen

Jede Droge hat ihre ganz bestimmte Wirkung, die jedoch auch innerhalb eines gewissen Rahmens variieren kann. Zudem besitzt jede Droge ganz individuelle Risiken, die sich in verschiedene Klassen einteilen lassen. Wenn mit dem Drogenkonsum begonnen wird, stellt sich sehr schnell eine Gewohnheit ein und der Körper beginnt damit, diesen Stoff zu verarbeiten. Nach einiger Zeit kommt es dann zu einer psychischen Abhängigkeit, die sich dadurch auszeichnet, dass der Abhängige immer öfter an den Konsum der Droge denken muss und ohne diese Droge nicht mehr klar denken kann. Im Denken und Verhalten des Konsumenten nimmt die Droge nun einen festen Platz ein.

Die nächste Stufe betrifft die körperliche Abhängigkeit. Der Körper hat sich so stark an den regelmäßig konsumierten Stoff gewöhnt, dass ganze körperliche Abläufe von diesem Stoff abhängig sind. Wenn man zum Beispiel Drogen zu sich nimmt, die Glückshormone erzeugen, ist der Körper irgendwann nicht mehr in der Lage diese Hormone selbst zu produzieren. Wenn ein derartiger Fall eintritt, spricht man in der Regel von einer körperlichen Abhängigkeit, die sich nur mit vielen Mühen überwinden lässt und Drogensüchtige auf eine harte Probe stellen kann. Bei einem Entzug stellen sich starke Schmerzen und erhebliche Stimmungsschwankungen ein, die das gesamte Umfeld belasten können.

Wenn man in der Situation ist, dass eine Abhängigkeit vorliegt, sollte man dringend professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

Heroin

Heroin ist eine der bekanntesten Drogen, die auch in Europa sehr weit verbreitet ist. Zudem gilt Heroin als eine sehr gefährliche Droge, weil es hier sehr viele Risiken gibt. Die Wirkung von Heroin lässt sich ganz kurz mit den Worten euphorisierend, schlaffördernd und schmerzlindernd beschreiben. Wenn der Körper noch nicht an den Stoff gewöhnt ist, kann es bei oder kurz nach dem Konsum auch zu einem Brechreiz und Atemstörungen kommen.

Neben diesen körperlichen Auswirkungen gibt es noch die verschiedenen psychischen Effekte. Die Wahrnehmung des Konsumenten verändert sich je nach Stimmungslage und es kommt zu einem euphorischen Moment mit darauf folgender Entspannungsphase. Dieses Glücksgefühl führt zu einer schnellen Abhängigkeit und die Konsumenten beginnen, andere Sachen zu vernachlässigen. Sie ziehen sich sozial zurück und die anstehenden Probleme werden ignoriert.

Die Risiken, die vom Heroin ausgehen, sind enorm hoch. Man kann das Gefahrenpotential in zwei Gruppen einteilen. Zum einen gibt es Risiken, die von der Droge selbst ausgehen und zum anderen Risiken, die durch den Konsum verursacht werden. Beim intravenösen Konsum besteht die Gefahr, dass man sich mit einer Krankheit infizieren kann, viele Drogenkonsumenten leiden an Hepatitis oder AIDS. Die Droge an sich kann bei einer überdosierung zum Atemstillstand führen und birgt damit ein tödliches Risiko. Durch die verschiedenen Reinheitsgrade am Markt kann es darüber hinaus schnell und unbeabsichtigt zu einer überdosierung kommen. Eine weitere große Gefahr ist der mit dem Konsum verbundene soziale Abstieg, der zwangsläufig dann folgt, wenn eine Abhängigkeit besteht und sich die Gedanken nur noch darum drehen, wo schnellstmöglich die benötigte Menge an Stoff zu organisieren ist. Eng mit dieser Thematik verbunden ist auch die Beschaffungskriminalität: stehen keine oder unzureichend hohe finanziellen Mittel zur Beschaffung zur Verfügung, sehen viele Abhängige ihre einzige Chance darin, Geld durch überfälle oder Diebstahl zu beschaffen.

Ecstasy

Ecstasy ist eine weitere synthetische Droge, die vor allem bei jungen Leuten eine sehr große Rolle spielt. XTC führt zu einer gesteigerten Wahrnehmung und zudem auch noch zu einem sehr euphorischen Zustand, der die Kontaktaufnahme mit anderen Menschen erleichtert. Darüber hinaus stellt sich eine gewisse Harmonie mit konstanten Rhythmen sowie eine gesteigerte Gefühlswahrnehmung beim Sex und in der Liebe ein. Gerade aus diesen Gründen konnte sich diese Droge sehr schnell in den Partyszenen weltweit verbreiten. Eine weitere Eigenschaft dieser Droge ist, dass die Stimmungslage prinzipiell verstärkt wird und auch das Mitteilungsbedürfnis steigt schnell an. Das Hunger- und Durstgefühl sowie das Schmerzempfinden werden stark reduziert. Der Puls und die Herzfrequenz steigen erheblich an und es kann unter Umständen zu einer Körpertemperaturerhöhung auf 42 Celsius kommen.

Nebenwirkungen sind unter anderen Erektionsstörungen und bei regelmäßigem Konsum auch Muskelkrämpfe. Es kann zu Brechreiz, Sehnenreizungen, Augenzucken, Bewusstseinsstörungen, und schweren Kreislaufproblemen kommen. Psychische Schäden sind auch nicht ausgeschlossen: so kann der Konsum dieser Droge zu schweren Depressionen führen, die mitunter die gesamte Lebensqualität negativ beeinflussen. Es gibt auch einige dokumentierte Todesfälle, die mit dieser Droge im Zusammenhang stehen. Beim Konsum von Ecstasy über einen längeren Zeitraum kann es auch zu Schäden im Gehirn kommen, da diese Droge die Serotonin-Neuronen angreift.

Amphetamine

Bei den Amphetaminen handelt es sich um eine Gruppe von Drogen, die aktiv auf das zentrale Nervensystem einwirken und dort verschiedene Wirkungen hervorrufen können. Generell kann man die Wirkung dieser Stoffe mit stimulierend und anregend beschreiben. Der Konsument wird hierbei in einen euphorischen Rausch versetzt. Im Gehirn werden Adrenalin und Dopamin freigesetzt und die Wiederaufnahme wird verhindert, so dass diese Stoffe über einen längeren Zeitraum im Gehirn wirken können. Hunger, Durst, Müdigkeit und Schmerz sind dann nicht mehr wahrnehmbar und durch das Adrenalin wird vor allem die Aktivität stark gesteigert. Das Dopamin bewirkt eine Steigerung des Selbstbewusstseins, aber auch Aggressivität nimmt deutlich zu. Man bekommt den berühmten Tunnelblick und kann sich in der Regel nur noch auf eine einzige Sache konzentrieren. Der Herzrhythmus und der Blutdruck steigen sehr stark an und der Körper wird zunehmend unruhiger.

Bei einem Konsum über einen längeren Zeitraum kann es zu verschiedenen Nebenwirkungen kommen. Zwanghafte Bewegungen und Krämpfe sind hier nicht selten. Auch die Psyche wird durch diese Drogen sehr stark belastet. Im Nachhinein kann es zu schweren Angstzuständen und Schlaflosigkeit kommen. Auch eine gravierende Schädigung des Nervensystems ist in den meisten Fällen nicht auszuschließen. Psychosen und Depressionen sind nach einem jahrelangen Missbrauch häufig die Folge.

GHB

GHB ist eine Droge, die mit dem menschlichen Neurotransmitter GABA sehr verwandt ist und wird auch in der Medizin häufig eingesetzt. Dort dient es als Narkotikum für besonders gefährdete Personen wie zum Beispiel Schwangere oder Leberpatienten. Seit den 1990er Jahren ist dieser Stoff auch in der Partyszene verbreitet und sorgt dort nicht selten für Schlagzeilen. In der Presse wird GHB oft als Vergewaltigungsdroge bezeichnet. Täter verabreichen ihren Opfern heimlich diese Droge, um ihnen das Bewusstsein zu nehmen. Während und nach dem Rausch kann man sich in der Regel nur an sehr wenig erinnern. GBH wird vom Körper sehr schnell abgebaut, weshalb ein späterer Nachweis dieser Droge meist nicht möglich ist. Auch als Dopingmittel findet GHB Verwendung, weil es die Ausschüttung von Wachstumshormonen fördert.

GHB führt relativ schnell zu Entzugserscheinungen wie zum Beispiel übelkeit, Schweißausbrüchen, Zittern und Schlaflosigkeit. Des Weiteren kann es bei sehr schweren Missbrauchsfällen zu akustischen und visuellen Halluzinationen kommen, die das gesamte Leben sehr stark beeinträchtigen können. Bei der gleichzeitigen Einnahme von GHB und Alkohol kann es vorkommen, dass die Atemfunktion gestört wird und es im schlimmsten Fall zum Atemstillstand kommt.

Lösungsmittel

Lösungsmittel sind vor allem bei sehr jungen Menschen sehr beliebt. Die Konsumenten versuchen, mittels schnüffeln und inhalieren einen Rausch zu erzeugen. Eigentlich wurden diese Stoffe für ganz andere Zwecke hergestellt. Sie werden meist in Klebstoffen, Putzmitteln oder Lacken eingesetzt, was es auch besonders einfach macht, an diese Drogen heranzukommen und sie zu konsumieren. Die Wirkungen dieser Stoffe sind extrem unterschiedlich. Sie reichen von Erregtheit bis hin zur Unruhe oder Euphorie. Nach dem Rauschzustand kommt es in der Regel zu einer Entspannungsphase, die als besonders angenehm gilt. Während des Konsums hebt sich die Stimmung und man fühlt sich gelöst. Hierbei kann es auch zu einem Kontrollverlust oder zur Ohnmacht kommen. Teilweise sind auch visuelle und akustische Halluzinationen möglich, die mit der euphorischen Phase einhergehen können.

Die Nebenwirkungen dieser frei erhältlichen Drogen sollte man nicht unterschätzen. In harmloseren Fällen kommt es zu übelkeit und Erbrechen. Im schlimmsten Fall kann es sein, dass das Gehirn mit zu wenig Sauerstoff versorgt wird und der Betroffene Gehirnschäden davonträgt. Teilweise kam es durch solche Schnüffelstoffe auch schon zu Todesfällen, auch unter sehr jungen Konsumenten. Die Konsumenten werden zwar nicht körperlich abhängig, jedoch ist die psychische Abhängigkeit hier besonders ausgeprägt.

Sonstige Synthetische Drpgen

Es gibt noch viele weitere synthetische Drogen, die teilweise auch ganz legal erhältlich sind oder in der Medizin sehr häufig zum Einsatz kommen. Die verschiedensten Medikamente werden oftmals als Drogen missbraucht, um rauschartige Zustände hervorzurufen. Schlafmittel und Schmerzmedikamente werden in diesem Umfeld besonders häufig eingesetzt. Man kann sich mit ihnen betäuben oder die Wirkung anderer Drogen verstärken. Ein besonders bekanntes Beispiel sind die Valium Tabletten, die sehr stark beruhigend und angstlösend auf den Körper einwirken. Der Konsument wird schläfrig und fühlt sich entspannt. Wenn man dieses Medikament über einen längeren Zeitraum einnimmt, kann es zu einer psychischen und körperlichen Abhängigkeit kommen. Wenn das Valium dann abgesetzt wird, treten verschiedene Entzugserscheinungen wie Krämpfe, Angstzustände, Halluzinationen, Psychosen und Wahrnehmungsverzerrungen auf. Hinzu können bei länger anhaltendem Konsum auch noch Artikulationsstörungen, Bewegungsunsicherheit, Doppelsichtigkeit und schwere Muskelkrämpfe kommen.

Medikamente, die als Drogen missbraucht werden, können natürlich sehr schwerwiegende Folgen verursachen. Vor allem Schwangere und chronisch Kranke können auf diese Weise sogar Leben gefährden. Zudem führen viele synthetisch hergestellte Medikamente zu einer Persönlichkeitsveränderung, die sich durch verschiedene Symptome auszeichnet. Gleichgültigkeit, Antriebsverlust, keine Planungsfähigkeiten, fehlende Konfliktfähigkeiten, Reaktionsverlangsamung und viele weitere negative Aspekte können hier auftreten. Diese Eigenschaften sind die Ursache dafür, dass ein Abhängiger nur sehr schwer wieder aus diesem Umfeld entfliehen kann. Deshalb sind solche Personen in der Regel auf fremde Hilfe angewiesen.



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