Schnüffelstoffe - Abhängigkeit durch Schnüffelstoffe

Der Oberbegriff für alle frei erhältlichen Substanzen, die durch das Inhalieren eine halluziogene Wirkung entfalten, ist Schnüffelstoffe. Meistens werden diese Stoffe von Jugendlichen als Ersatz für illegale Drogen konsumiert. Die Möglichkeit an diese Stoffe heranzukommen ist sehr groß, da sie in haushaltsüblichen Produkten, wie Klebstoff, Verdünnung oder Aerosole enthalten sind. Darüber hinaus kann sowohl Lachgas, Benzin, Spiritus oder Alkohol geschnüffelt werden. Die Wirkung der Schnüffelstoffe setzt meistens sehr schnell ein und kann bis zu mehreren Stunden anhalten. Allerdings besteht hier eine extrem große Gefahr von Langzeitschäden, da sowohl das Zentralenervensystem als auch die Leber, die Lunge und der Hör - und Gleichgewichtssinn angegriffen wird. Ferner können am gesamten Körper Durchblutungsstörungen auftreten. Das Schmerzempfinden und die Wirklichkeitswahrnehmung werden gemindert. Der Konsument schüttet die Flüssigkeit einfach in eine Tüte oder benetzt ein Taschentuch mit ihr und atmet dann das Gas ein. Speziell durch das Einatmen der Schnüffelstoffe in einer Tüte können lebensgefährliche Situationen hervorgerufen werden. Es kommt zur Bewusstlosigkeit, Erschlaffung der Muskulatur bis hin zu einem Atemstillstand. Schnüffelstoffe haben die höchste Todeszahl, da viele über Jahre hinweg schnüffeln und ihren Körper bei jedem neuen Schnüffeln immer wieder weiter schädigen. Die Schäden am Körper werden in der Regel erst erkannt, wenn es meistens schon zu spät ist.

Unter dem Begriff "Schnüffelstoffe" bezeichnet man Stoffe, die als Lösungsmittel Eingang in die Industrie gefunden haben, als da vor allem sind: Aceton, Benzin, und man könnte, ohne nun alle Stoffe einzeln aufzuführen, generell alle so genannten Fluorkohlenwasserstoffe nennen. Die Besonderheit zu zum Beispiel den Biodrogen liegt hier eindeutig darin, dass diese Stoffe lediglich für industrielle Zwecke hergestellt und auf keinen Fall für den menschlichen Konsum bestimmt sind! Diese Schnüffelstoffe sind reine chemische Herstellungen. Sie dienen dann auch dazu, Kautschuk oder auch Farben für bestimmte Verarbeitungen zu benutzen: so kann man mit Benzin zum Beispiel Farbe entfernen! Schnüffelstoffe gehören also der Gattung: "Lösungsmittel" an. So zeichnen sich diese Schnüffelstoffe dadurch aus, dass sie von den Konsumenten eingeatmet werden. Hierbei wird die Luft mit dem Gas eines Stoffes konzentriert: schnelle Wirkung garantiert!

Die Konsumenten der Schnüffelstoffe geben diese Stoffe auf ein Taschentuch oder auch in eine Plastiktüte und atmen die frei werdenden Gase ein. Das führt dazu, dass diese sehr schnell ins Blut gelangen und der beabsichtigte Rausch fast sofort eintritt. Durch kontinuierliches Einatmen (Schnüffeln) kann sich der Konsument in einen dauerhaften Rauschzustand versetzen - wenn er dies möchte. Beim Schnüffeln werden diese Stoffe hauptsächlich in den Nervenfasern und dem Gewebe des Gehirns abgelagert - Vergleiche mit früher angewandten Methoden in der Narkose drängen sich auf.

Die Wirkungen im Einzelnen bei Schnüffelstoffen: ist das Bewusstsein zu Anfang des Konsums noch tätig, so kann man eine Verminderung der Wahrnehmung der Wirklichkeit sowie ein Abnehmen des Schmerzempfindens beobachten. Konsumenten beschreiben dann auch Gefühle während des Schnüffelns: eine absolute Leichtigkeit mit einhergehender Sorglosigkeit. Nach einem anfänglichen Gefühl der Benommenheit macht sich ein Gefühl einer besonderen Leichtigkeit breit - Hemmungen werden abgebaut und das allgemeine persönliche Empfinden des Konsumenten der Schnüffelstoffe erscheint diesem als gut. Dies beschreibt aber nur den Anfang des Rausches. Im weitergehenden Verlauf stellt sich eine besondere Einschränkung des Bewusstseins ein. Es kommt dazu, dass die Umgebung nicht mehr wahrgenommen wird und die Ansprechbarkeit des Süchtigen verschwindet. Es kommt zu Zuckungen der Muskulatur und dann im weiteren Stadium zur absoluten Bewusstlosigkeit bis hin zum Stillstand des Atems. Angemerkt sei hier kurz, dass diese Folgen - auch bei den Konsumente von Schnüffelstoffen - allgemein bekannt sind; leider verhilft dies bei Süchtigen selten dazu, von den Schnüffelstoffen Abstand zu nehmen! Obwohl schon beim Einatmen dieser Stoffe häufig Erbreichen, Nasenbluten oder auch Husten zu beobachten sind, werden diese "Nebenwirkungen" meist in Kauf genommen! Vergessen darf man unter keinen Umständen, dass es sich bei Schnüffelstoffen um besonders gefährliche Gifte handelt - Verätzungen der Schleimhäute der Lungen sowie der Nase sind programmiert. Besonders bei Jugendlichen ist der Tod eine nicht seltene Folge einer überdosis. Ebenso zu erwähnen sei hier auch noch die Erstickungsgefahr durch Plastiktüten, die beim Schnüffeln über den Kopf gezogen werden. Die Wahrnehmung ist derart eingeschränkt, dass der Zustand des Erstickens häufig nicht mehr wahrgenommen wird. Die so genannten Langzeitschäden bei der Inhalation der Schnüffelstoffe ist verheerend: schwere Leberschäden sowie Erkrankungen und Schädigungen der Nieren, sowie Schädigungen der Hirnsubstanz sind irreversibel - eine Heilungssaussicht besteht hier nicht. Die Lebenserwartung der Konsumenten verkürzt sich extrem. Auch Persönlichkeitsveränderungen, Herzrhythmusstörungen und generell nicht mehr zu heilende Organschädigungen sind die grauenhaften Folgen der Anwendung der Schnüffelstoffe.

Angesichts solcher grauenvollen Folgen fragt man sich, warum sich Schnüffelstoffe- vor allem in armen Ländern - solcher ungebrochenen Beliebtheit erfreuen und auch Warnungen nicht vom Gebrauch dieser Schnüffelstoffe abhalten können. Hauptsächlich Jugendliche gehören zu den Hauptkonsumenten; oft stammen sie aus Erziehungs- - oder Kinderheimen, sind Straßenkinder und gehören meistens zu den ärmsten der Armen. Sie wachsen meistens ohne Bezugspersonen auf, haben weder Eltern noch sonstige Angehörige. Dazu kommt, dass man an diese Schnüffelstoffe ohne Probleme gelangen kann - ohne Probleme und ohne viel Geld investieren zu müssen. Die seelische Abhängigkeit und oft auch der Gruppenzwang, denen labile junge Menschen ausgesetzt sind, tun häufig ihr übriges: entweder sie sterben früh an den erwähnten Schädigungen oder sie steigen auf härtere Drogen um - in beiderlei Fällen ein großes Dilemma. Fachleute bescheinigen denn auch einen besonders hohen Konsum der Schnüffelstoffe in Ländern wie Rumänien und ähnlichen armen Ländern, zu deren Alltagsbild Straßenkinder zählen. Gibt es auch schon viele Organisationen, die sich um die Straßenkinder in aller Welt kümmern, so wird der Weg doch noch ein sehr langer sein, bis zu einer signifikanten Eindämmung dieser schlimmen Suchtmittel: hier muss bei den Jugendlichen nicht nur eine Veränderung des Bewusstseins sondern vor allem eine Betreuung in jeder Hinsicht statt finden; dann werden diese auch wieder einen Sinn in ihrem Leben sehen, der den Griff zu den gefährlichen Schnüffelstoffen unnötig machen wird.



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