Pilze im Einsatz als Droge

Pilze tragen in der Drogenszene unterschiedliche Bezeichnungen: Während manche Leute von Magic Mushrooms sprechen, sind sie in anderen Kreisen wiederum als Zauberpilze, Psilos, Shrooms oder Wunderpilze bekannt. Gemeint sind hiermit grundsätzlich spezielle Pilze, die aufgrund ihrer biologischen Inhaltsstoffe eine psychoaktive Wirkung aufweisen. Hervorgerufen wird dies zumeist durch Psilocybin oder Psilocin. Nach heutigem Wissensstand gibt es mehr als 100 verschiedene Pilzarten, die über eines der entsprechenden Inhaltsstoffe verfügen und somit eine Halluzination auslösen können.

Da die Wirkung der Pilze ähnlich wie beim LSD ist, wird innerhalb der Drogenszene gerne auch von einem "natürlichen LSD" gesprochen. Die Inhaltsstoffe sind jedoch gänzlich verschieden. Auch die Gefahren fallen sehr unterschiedlich aus: Während der LSD Konsum zu einer psychischen Abhängigkeit führen kann, sind solche Vorfälle bei den Pilzen nicht bekannt. Dennoch sollte nicht der Fehler begangen werden, die Wirkungen der Pilze zu unterschätzen. Vor allem die sogenannten Horrortrips stellen eine echte Gefahr dar und steigern unter Umständen sogar die Suizid-Wahrscheinlichkeit. Darüber hinaus könnte ein Konsum auch zu einer psychischen Störung sowie zu zahlreichen Nebenwirkungen führen.

Dennoch sind die Pilze in bestimmten Szenen sehr etabliert, wo sie als sogenannte Partydroge im Umlauf sind. Somit findet der Konsum, welcher zumeist oral durchgeführt wird, hauptsächlich im Nachtleben, insbesondere in der Partyszene statt. Die Hauptzielgruppe sind im Regelfall jüngere Menschen. Nachdem die psilocybinhaltigen bzw. psilocinhaltigen Pilze eingenommen wurden, ist nach etwa 30 Minuten mit einer Wirkung zu rechnen. In Ausnahmefällen kann es jedoch auch schneller bzw. erst später zu den ersten Auswirkungen kommen. Anfänglich entsteht ein starkes Wärmegefühl. Im Verlaufe der nächsten 60 Minuten kommen dann die ersten Wahrnehmungsstörungen zum Vorschein, die sich in Form von Halluzinationen oder psychedelische Wirkungen äußern können. Zu einem Horrortrip kommt es zwar eher selten, die Gefahr ist jedoch stets vorhanden. Wer also des öfteren einen solchen Konsum vornimmt, wird früher oder später mit diesem Schreckensszenario konfrontiert. In vielen Fällen wird hieraus die Konsequenz gezogen, dass kein weiteres Einnehmen der entsprechenden Pilze stattfindet.

Da die Inhaltsstoffe Psilocybin und Psilocin in der Anlage 1 des Betäubungsmittelgesetzes aufgeführt sind, ist der Umgang mit den entsprechenden Pilzen hierzulande untersagt, sofern keine Erlaubnis vorliegt. Legalisiert ist die Verwendung lediglich in der Medizin, wo psiocybinhaltige Pilze als Psychopharmaka verwendet werden. Darüber hinaus soll auch ein Nutzen bei der Migräne-Behandlung vorhanden sein. Solch ein medizinischer Einsatz ist allerdings höchst umstritten.

Entdeckung und Verbreitung

Der Konsum von psilocybinhaltigen bzw. psilocinhaltigen Pilzen verfügt über eine äußerst lange Tradition. Manche Historiker behaupten sogar, dass die Entdeckung der berauschenden Wirkung schon im Jahre 9.000 v. Chr. vonstatten ging. Als Anhaltspunkt dienen hierbei Felszeichnungen, die einen eindeutigen Hinweis darauf geben, dass die entsprechenden Pilze schon zur damaligen Zeit konsumiert wurden, um somit in einen berauschten Zustand zu gelangen. Im Verlaufe der nächsten Jahrtausende schenkte man dem Psilocybin bzw. Psilocin jedoch keine große Aufmerksamkeit mehr. Lediglich im Schamanismus fand noch eine entsprechende Verwendung statt, wo diese speziellen Pilze in verschiedene Rituale eingebunden waren. Erst im Jahre 1953 wurde auch die zivilisierte Bevölkerung hierauf wieder aufmerksam, was dann schließlich in der ganzen Welt zu einer schnellen Popularität führte. In der heutigen Zeit sind die entsprechenden Pilze vor allem als Partydroge bekannt. Somit findet der Handel verstärkt im Nachtleben statt, wo jüngere Menschen die Hauptzielgruppe darstellen. Die deutschen Gesetzesgeber sind allerdings stets darum bemüht, die Verbreitung solcher Betäubungsmittel einzuschränken, um somit die allgemeine Volksgesundheit zu bewahren. In den Niederlanden liegt allerdings eine gänzlich andere Gesetzeslage vor, wonach der Konsum von Psilocybin bzw. Psilocin grundsätzlich keine Straftat darstellt.

Der Konsum

Der Konsum von Psilocybin- bzw. Psilocin-Pilzen kann oral oder durch eine Inhalation vonstatten gehen. Letztere Variante wird allerdings nur selten angewandt, was vor allem an der Hitzeempfindlichkeit der Pilze liegt: Schon bei einer Temperatur von gerade einmal 50 Grad wird ein Großteil der Inhaltsstoffe zerstört. Trotz dieser Tatsache berichten manche Konsumenten aus eigener Erfahrung, dass die Inhalation durchaus eine Wirkung hervorrufen kann. Diese hat mit dem üblichen Pilze-Trip allerdings nicht viel gemein und wird lediglich als ein angenehmes Wärmegefühl beschrieben.

Der herkömmliche Zauberpilze-Konsum findet somit weitestgehend oral statt, wobei die Pilze sowohl in einem frischen- als auch in einem getrockneten Zustand konsumierbar sind. Bevorzugt werden in den meisten Fällen frische Pilze, da die Wirkung als stärker (im gewissen Maße auch als angenehmer) empfunden wird. Die Einnahme gestaltet sich ähnlich wie bei einem gewöhnlichen Nahrungsmittel: Die Pilze werden gut durchgekaut und dann schließlich heruntergeschluckt. Der Geschmack ist jedoch stark gewöhnungsbedürftig und wird von manchen Leuten sogar als eklig empfunden. Dieser unerwünschte Nebeneffekt kann verringert werden, indem die Droge mit Nahrungsmitteln gemischt wird. Ebenfalls sehr populär ist die Tee-Variante, wobei die Pilze dem heißen Getränk hinzugegeben werden. In Anschluss lässt man den Tee etwas ziehen, bevor dieser dann schließlich konsumiert wird. Im Regelfall werden hierbei vereinzelte Pilzreste zurückbleiben, die nachträglich einzunehmen sind.

Die Wirkung

Die Wirkung der Psilo-Pilze kann schon nach 10 Minuten, unter Umständen aber auch erst nach 2 Stunden eintreten. Im Regelfall kann jedoch davon ausgegangen werden, dass die ersten Auswirkungen etwa 30 Minuten nach Einnahme zu spüren sind. Aus Sicht der Konsumenten lässt sich nie genau voraussagen, in welchem Maße die Wirkung auftreten wird. Dies hängt nämlich nicht nur von der Größe der Pilze, sondern auch von dem Alter und der zuvorigen Aufbewahrung ab. Grundsätzlich wird behauptet, dass die Wirkungen der Pilze ähnlich wie beim LSD sind. Ein gravierender Unterschied liegt jedoch in der Wirkungszeit. Während die Auswirkungen des LSD - Konsums nach 12 Stunden noch zu merken sind, kann bei den Pilzen mit einer Wirkungsdauer von gerade einmal 6 Stunden gerechnet werden. Allerdings gibt es hierbei Sonderfälle, hervorgerufen durch die spezielle Beschaffenheit mancher Pilze, bei denen die allgemein bekannte Wirkungsdauer überschritten wurde.

Die Auswirkungen eines Pilze-Konsums entsprechen dem Sinnbild einer üblichen Partydroge: Der Konsument gelangt in einen euphorischen Zustand, empfindet ein hohes Maß an Glück und verliert jegliches Zeitgefühl. Darüber hinaus sind Halluzinationen und psychedelische Wirkungen möglich. Letzteres wirkt sich insofern aus, dass Gegenstände anscheinlich ihre Form verändern. Diese Wirkungen sind allerdings keinesfalls garantiert. Denn die psychische Verfassung des Konsumenten hat einen großen Einfluss hierauf, wodurch es unter gewissen Umständen auch zu einem Horrortrip werden kann. Die Folge wäre eine Paranoia, im schlimmsten Fall sogar eine Panikattacke, die durch intensive Horrorvorstellungen ausgelöst wird. Zusätzlich muss stets mit dem Auftreten verschiedener Nebenwirkungen gerechnet werden. Diese reichen von Schwindel und übelkeit bis hin zu einer schwerwiegenden Bewusstseinsstörung. Da die Wirkungen kaum vorauszusehen sind, wird von vielen Konsumenten bevorzugt, einen sogenannten Tripsitter bei sich zu haben. Dabei handelt es sich um eine Person, die nicht bzw. nur im geringen Maße berauscht ist und sich im Notfall um den Konsumenten kümmern kann.

Die Gefahren

Das Abhängigkeitspotential der Pilze wird als äußerst gering bezeichnet. Bislang sind keine Vorfälle bekannt, bei denen es zu körperlichen Entzugserscheinungen kam. Auch im psychischen Bereich ist eine Sucht beinahe schon auszuschließen. Der Pilze-Rausch wird nämlich als eine physische und psychische Anstrengung empfunden, wodurch das Verlangen eher gering ausfällt, nach Abschluss eines solchen Trips direkt einen erneuten Konsum zu vollziehen. Stattdessen sehnt man sich eher nach Erholung und Schlaf. Sollte der Trip allerdings als angenehm und euphorisierend empfunden werden, so ist es durchaus möglich, dass nach einigen Tagen der Wunsch nach einem erneuten Konsum auftritt. Bei einer mehrmaligen Pilze-Einnahme ist es jedoch nur eine Frage der Zeit, bis es auch zu einem negativen Erlebnis bzw. zu einem sogenannten Horrortrip kommt. Dieser wird zumeist als äußerst erschreckend empfunden, wodurch viele Personen gänzlich davon absehen, sich erneut dem Pilze-Rausch hinzugeben.

Das geringe Abhängigkeitspotential sollte jedoch keinesfalls dazu führen, dass die Gefahren dieser Droge unterschätzt werden. Schließlich sind immer wieder stark giftige Pilze im Umlauf, die optisch nicht zu erkennen sind und eine große Gefahr für den menschlichen Organismus darstellen. Sollte es zu dem Konsum eines solchen Pilzes gekommen sein, sind die ersten Symptome nach spätestens 40 Stunden zu merken. äußern tut sich dies in Form von Durchfall, übelkeit (mit Erbrechen) oder Magenschmerzen. Sofern eines dieser Symptome auftritt, ist ein schnellstmöglicher Arztbesuch unverzichtbar. Denn ohne eine entsprechende Behandlung könnte es zu einer Ohnmacht, einem Atemstillstand oder sogar (im schlimmsten Falle) zum Tode führen. Selbst wenn man von diesem Schreckensszenario einmal absieht, ist der Pilze-Konsum mit gravierenden Risiken verbunden. So kam es zum Beispiel immer wieder zu Vorfällen, bei denen sich die Wahrnehmungsstörungen über einen ungeahnt langen Zeitraum erstreckten. In Sonderfällen war diese Problematik sogar über mehrere Monate vorhanden. Darüber hinaus ist bei einer verborgenen Psychose die Gefahr gegeben, dass diese durch den Pilze-Konsum aktiviert wird und zu einer psychischen Störung führt.

Während die Wahrscheinlichkeit solcher Notfälle erst einmal gering erscheint, muss stets mit dem Auftreten verschiedener Nebenwirkungen gerechnet werden. Diese betreffen zwar mehr den psychischen Bereich, sind aber dennoch sehr ernst zu nehmen. Vor allem die Depressionen (bei einem Horrortrip) sind hierbei als problematisch zu bezeichnen, da diese durchaus zu einer erhöhten Suizid-Gefahr führen können. Die immer wieder auftretenden Schlafstörungen dürften hingegen weniger schwerwiegend sein, stellen aber dennoch eine Belastung dar.

Der Notfall: überdosis

Sollte es beim Drogenkonsum zu einer überdosis kommen, geht es im wahrsten Sinne des Wortes um Leben und Tod, weshalb das Verhalten der übrigen Personen von größter Relevanz ist. Auch wenn es in solch einer Notsituation schwer sein mag, darf man grundsätzlich nicht in Panik verfallen. Stattdessen ist ein ruhiges Verhalten von Nöten. Vor allem wenn die betreffende Person noch ansprechbar ist, sollte man einen beruhigenden Einfluss ausüben. Hilfreich ist hierbei eine körperliche Nähe (z.B. eine Umarmung). Gleichzeitig muss man allerdings auch darum bemüht sein, die überdosierte Person beim Bewusstsein zu halten. Aufgrund dieser Tatsache empfiehlt sich eine Arbeitsaufteilung, bei der sich ein Helfer um die betreffende Person kümmert, während ein anderer den Rettungsdienst alarmiert.

Bevor der Krankenwagen eintrifft, kann es jedoch zu plötzlichen Notsituationen kommen, die ein unverzügliches Helfen unverzichtbar machen. Dies gilt insbesondere bei einem Aussetzen der Atmung. In diesem Fall sollte man sich an den Erste-Hilfe-Kurs zurückerinnern, bei dem die Herzmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung geübt wurde. Solch eine Behandlung darf grundsätzlich erst erfolgen, wenn festgestellt wurde, dass definitiv keine gewöhnliche Atmung mehr stattfindet. Kommt es hingegen lediglich zu einer reinen Bewusstlosigkeit, so bringt man die betreffende Person in eine Rückenlage und überprüft die Atmung. Erst wenn diese aussetzt bzw. nicht mehr im normalen Maße stattfindet, kommt es dann schließlich zu der erforderlichen Maßnahme.

Sobald die Rettungssanitäter eintreffen, ist eine bedingungslose Ehrlichkeit von Nöten. Viele Menschen befürchten hierdurch Konsequenzen, was sie dazu bringt, dem Sanitäter falsche Tatsachen vorzugaukeln. Solch ein Verhalten kann jedoch zu einer falschen Therapie führen und somit ein erhebliches Risiko darstellen. Sofern man sich lediglich dem Rettungsdienst anvertraut, sind ohnehin keine rechtlichen Konsequenzen zu befürchten. Jeder Arzt unterliegt schließlich der Schweigepflicht, weshalb keine Informationen an die Polizei weitergegeben werden. Problematischer mag die ganze Situation erscheinen, sofern die Polizei bei dem entsprechenden Gespräch anwesend ist. In diesem Fall kann man jedoch von seinem Recht Gebrauch machen und ein persönliches Gespräch mit dem entsprechenden Notarzt erbitten.

Die rechtliche Situation

Grundsätzlich sind innerhalb der Bundesrepublik Deutschland alle Betäubungsmittel untersagt, die in der Anlage 1 des Betäubungsmittelgesetzes aufgeführt sind. Hierzu zählen auch Psilocybin und Psilocin, weshalb der Umgang mit den sogenannten Zauberpilzen strikt untersagt ist. Ein Sonderfall kann allerdings unter Umständen vorliegen, sollten sich die entsprechenden Pilze lediglich im eigenen Besitz befinden, ohne dass ein Konsum stattgefunden hat. Das Sammeln solcher Pilze ist nämlich nicht untersagt, sofern hierbei kein gewollter Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz begangen wurde. Das heißt: Sollte ein unerfahrener Sammler sämtliche Pilze zusammentragen und dabei unwissend auch an Pilze gelangen, die über die verbotenen Wirkstoffe verfügen, so stellt dies keine Straftat dar. Findet allerdings eine gezielte Beschaffung von psilocybin- bzw. psilocinhaltigen Pilzen statt, so kann man hierfür belangt werden.

Eine gänzlich andere Gesetzeslage ist in den Niederlanden vorhanden. Dort sind psilocybinhaltige Pilze über den freien Handel erhältlich, da der Gesetzesgeber diesbezüglich kein Verbot aussprach. Sobald man mit den entsprechenden Pilzen jedoch die niederländisch-deutsche Grenze passiert, verstößt man gegen das deutsche Gesetz. Aus diesem Grund muss strikt davon abgeraten werden, sich die entsprechenden Pilze im Ausland zu besorgen und dann nach Deutschland zu schmuggeln.



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