Partydrogen in der Übersicht

Partydrogen werden zumeist von jüngeren Leuten konsumiert, die sich hierdurch eine berauschende Wirkung versprechen, um somit in Feierstimmung zu gelangen. Der Begriff "Partydroge" führt leider immer wieder dazu, dass die Wirkungen (und damit auch die Risiken) unterschätzt werden. Partydroge ist aber keinesfalls als Synonym für ungefährliche Rauschmittel zu verstehen. Die Bezeichnung hat vielmehr darin ihren Ursprung, dass die entsprechenden Drogen zumeist auf Partys konsumiert werden und der Zweck darin liegt, in einen Partyrausch zu gelangen und Ermüdungserscheinungen des Körpers nicht zu bemerken. Somit gilt Cannabis offiziell nicht als Partydroge, obwohl der Konsum gerade auf bzw. nach entsprechenden Feierlichkeiten stattfindet. Diese Droge hat jedoch eher eine beruhigende und ermüdende Wirkung, wodurch der übliche Zweck einer Partydroge verfehlt wird. Auch Kokain ist nur im beschränkten Maße als Partydroge zu bezeichnen. Die Wirkung entspricht zwar dem üblichen Sinnbild einer solchen Droge, doch letztendlich findet der Konsum in der Party-Szene erheblich seltener statt, da die Preise sehr hoch liegen. Als eine typische Partydroge werden daher eher Speed, Ecstasy, LSD, GHB oder Meth bezeichnet.

Grundsätzlich gilt, dass das Konsumieren dieser Drogen ohne Erlaubnis nicht gestattet ist. Mit diesem Verbot möchte man die Volksgesundheit bewahren und gefährdete Personen davor schützen, in den Teufelskreis der Abhängigkeit zu gelangen. Aufgrund der Gesetzeslage sind die Discothekenbesitzer dazu gezwungen, den Konsum innerhalb der eigenen Location zu verbieten und genaue Kontrollen durchzuführen. Diese Maßnahmen sind jedoch häufig nur vom geringen Erfolg, was vor allem daran liegt, dass die Kontrollmechanismen leicht zu umgehen sind. Drogendealer verstecken die entsprechenden Mittel zum Beispiel in der Unterwäsche, wodurch es den Sicherheitskräften unmöglich gemacht wird, den Drogenhandel innerhalb der eigenen Räumlichkeit auszuschließen. Wird ein Drogendealer allerdings beim Handel erwischt, hat dies eine erhebliche Strafe zur Folge, was durchaus zu einer mehrjährigen Haftstrafe führen kann.

Speed als Partydroge

Speed ist die umgangssprachliche Bezeichnung für Amphetamin: Eine synthetische Substanz, die im Jahre 1887 entdeckt und schon Anfang des 20. Jahrhunderts konsumiert wurde, um somit die Müdigkeit zu vertreiben. Anfänglich fand der Konsum vor allem unter Studenten statt, die mit Hilfe des Amphetamins die Nächte durchmachten und dadurch länger lernen konnten. Ebenso wurde dieses Mittel im medizinischen Bereich verwendet, wo der Zweck darin bestand, sowohl Depressionen als auch Schlaf- und Nervenkrankheiten zu behandeln. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde schließlich auch die Party - Szene auf das Amphetamin aufmerksam, wodurch es sich in den entsprechenden Kreisen immer mehr etablieren konnte.

Die Wirkungen dieser Substanz sind sowohl im Physischen als auch im Psychischen zu entdecken. Für die Konsumenten steht Letzteres allerdings eindeutig im Vordergrund. Sieht man einmal von der aufputschenden Wirkung ab, so ist hierbei vor allem das euphorische Selbstvertrauen, die erhöhte Risikobereitschaft und die verstärkte Konzentrationsfähigkeit zu nennen. Hinzu kommt ein gesteigertes Sexualverlangen, wodurch diese Droge auch in der Swingerszene populär wurde.

Bei einem länger andauernden Konsum ist allerdings der gegenteilige Effekt zu erwarten, sodass es zu einer Potenzstörung kommen wird. Zu den weiteren Risiken gehören psychische Wahnvorstellungen, Schlafstörungen, Nierenschäden oder Gefäßverengungen.

Befürworter dieser Droge behaupten häufig, dass es bei dem Konsum von Speed zu keiner Abhängigkeit kommen kann. Diese These entspricht allerdings nicht der vollen Wahrheit. Eine körperliche Abhängigkeit kann zwar (wie bei den meisten Partydrogen) ausgeschlossen werden, dafür liegt die Gefahr jedoch im Psychischen, worin ein länger andauernder Konsum durchaus zu einer Sucht führen kann.

Ecstasy als Partydroge

Ecstasy ist ein Begriff für verschiedene Arten von Phenethylamin. In der Drogenszene versteht man hierunter jedoch eher reines MDMA: Eine chemische Verbindung, die zur Gruppe der Amphetamine zählt.

Verbreitet wird Ecstasy größtenteils in Form von Kapseln oder Tabletten. Der Verkauf dieser Partydroge findet im sehr großen Rahmen statt, da der Herstellungspreis nur bei 1 Euro liegt, sich der Marktpreis jedoch auf das Fünf- bis Zehnfache beläuft.

Problematisch ist die Tatsache, dass es aus Sicht des Konsumenten nicht möglich ist, die Zusammensetzung der Pillen zu erkennen. Dies mag zwar bei den meisten Drogen der Fall sein, ist beim Ecstasy allerdings von besonderer Relevanz, da es hierbei keine Norm gibt. Somit kann eine Ecstasy Pille noch weit gefährlicher sein als es ohnehin schon der Fall ist. Aus diesem Grund ist es in manchen Ländern Gang und Gäbe, dass das Gesundheitsministerium eine Warnung ausspricht, wenn besonders gefährliche Fälschungen im Umlauf sind. In der Bundesrepublik Deutschland wurden solche Maßnahmen noch nicht ergriffen. Dafür sorgen jedoch spezielle Szenenorganisationen dafür, dass die öffentlichkeit auf besondere Gefahren aufmerksam wird.

Die Wirkung von Ecstasy steht grundsätzlich in einem Zusammenhang mit dem Körpergewicht des Konsumenten. Je mehr eine Person auf die Waage bringt, desto mehr ist auch vertragbar. In dieser Tatsache liegt allerdings auch eine gewisse Gefahr begraben. Schließlich ist man über die genaue Zusammensetzung nie informiert, was dazu führen kann, dass schwerere Personen einen stärkeren Konsum betreiben. Liegt die Wirkstoffmenge in diesem Fall höher als gedacht, kann es schnell zu einer überdosis kommen, was in manchen Fällen schon zum Tod führte.

Ansonsten hat der Konsum vor allem eine psychische Wirkung: Erlebnisse werden stärker wahrgenommen, das Selbstvertrauen steigt, der Wunsch nach sozialen Kontakten ist ausgeprägter und es treten plötzliche Verliebtheitsgefühle auf.

Gleichzeitig steigt auch die Körpertemperatur, wodurch Ermüdungserscheinungen nicht zu bemerken sind, was bei einer zu hohen Belastung schwerwiegende Konsequenzen haben kann.

LSD als Partydroge

LSD ist die allgemein gebräuchliche Abkürzung für Lysergsäurediethylamid. Dabei handelt es sich um ein sogenanntes Mutterkornalkaloidö. Hierzu zählen zwar diverse organische Verbindungen, LSD wird allerdings als eines der stärksten Halluzinogene bezeichnet, wodurch es hierbei heraus sticht.

Diese Partydroge ist zumeist als flüssige Substanz im Umlauf, die auf Löschpapier (auch als Filz bekannt) geträufelt wird. Ebenso sind aber auch spezielle Tabletten erhältlich, die im Regelfall über eine weit höhere Dosis verfügen. So oder so findet die Einnahme grundsätzlich oral statt.

Die Wirkung, welche von der jeweiligen Dosis abhängig ist, bezieht sich vor allem auf das Wahrnehmungsvermögen. Schon nach 30 Minuten kommt es zu einer intensiveren Sinneswahrnehmung, die bis zu 12 Stunden andauern kann. Dabei wird die psychische Verfassung intensiviert und über die gesamte Wirkungszeit beibehalten. Befindet man sich also in einer euphorischen Stimmung, so wird diese Verfassung verstärkt, wodurch der Zweck einer Partydroge erfüllt ist. Andersherum kann jedoch auch eine bestehende Depression bzw. ein Traurigkeitsgefühl intensiviert werden, was die gesamte Wirkungsdauer zu einem Horrortrip werden lässt. Hinzu kommen häufig auch Halluzinationen und (bei einer höheren Dosis) eine gefühlte Loslösung des eigenen Körpers.

Für den menschlichen Mechanismus stellt der Konsum eine erhebliche Belastung dar, was sich in Form von Atembeschwerden, einer übelkeit, eines Schweißausbruchs oder einer Veränderung des Blutdrucks äußern kann.

Eine körperliche Abhängigkeit ist zwar auszuschließen, dafür ist jedoch schon bei dem ersten Konsum die Möglichkeit vorhanden, dass verborgene psychische Störungen hervorgerufen werden und langfristig bestehen bleiben.

GHB (Liquid X) als Partydroge

GHB wird in der Szene häufig als Liquid Ecstasy bezeichnet. Doch auch wenn es dieser Titel vermuten lässt, gibt es keine chemisch bedingte Verbindung zum gewöhnlichen Ecstasy. Stattdessen handelt es sich um eine 4-Hydroxybutansäure, welche einerseits medizinischen Zwecken dient, andererseits aber auch als Partydroge im Umlauf ist.

Die Einnahme findet per Injektion oder oral statt. Bei letzterer Variante wird es allerdings nicht direkt in den Mund geführt, sondern in einem Getränk aufgelöst und dann getrunken. Bei einem geschmackvollen Getränk besteht die Gefahr, dass die Zugabe dieser Droge nicht herauszuschmecken ist, wodurch es möglich wäre, eine andere Person unfreiwillig zum Konsumenten zu machen. Aufgrund dieses Risikos wird öffentlich davor gewarnt, das eigene Getränk (speziell innerhalb einer Discothek) unbeobachtet stehen zu lassen.

Die Wirkung hängt grundsätzlich von der jeweiligen Dosis ab. Bei einer geringen Menge ist die Auswirkung ähnlich wie nach einem ausschweifenden Alkoholgenuss: Die motorischen Fähigkeiten werden eingeschränkt und es kommt zu einer euphorisierenden Stimmung. Mit der Steigerung der Dosis kommt es jedoch zur gegenteiligen Wirkung, und das GHB ruft eine starke Müdigkeit hervor. Sollte die Einnahme per Injektion vonstatten gehen, so ist grundsätzlich mit derselben Wirkung zu rechnen, allerdings fällt diese im höheren Maße aus.

Das Problematische dieser Droge ist in der Tatsache zu finden, dass die Gefahr einer psychischen-, aber auch einer physischen Abhängigkeit durchaus gegeben ist. Eine noch größere Gefahr kommt hinzu, sollte die entsprechende Flüssigkeit mit Alkohol gemischt werden. Solch ein Konsum könnte unter Umständen einen Atemstillstand zur Folge haben, der schon nach wenigen Minuten zum Tod führt.

Meth (auch: Ice/Vint) als Partydroge

Methamphetamin (kurz: Meth) ist eine chemische Substanz, die auf Basis der Amphetamine beruht. Ursprünglich war der Konsum lediglich für medizinische Zwecke gedacht, doch mittlerweile findet dieser mehr in der Drogenszene statt, wo Meth vor allem als Crystal und Crystal Speed bekannt ist.

Auf dem Schwarzmarkt wird diese Substanz in Form von Brocken oder Pulver angeboten. Die Einnahme kann per Injektion, aber auch durch Inhalation oder durch die Nase stattfinden.

Nach der entsprechenden Konsumierung ist mit einer euphorischen Stimmung und einer gesteigerten Leistungsfähigkeit zu rechnen. Auftretende Ermüdungserscheinungen werden nicht mehr wahrgenommen, sodass es möglich ist, bis zu 24 Stunden in Feierstimmung zu bleiben. Zeitgleich sind allerdings auch Aggressionsausbrüche, Selbstüberschätzungen und Halluzinationen möglich. Nachdem der berauschende Zustand ablässt, ist sogar mit erheblichen Schlafstörungen zu rechnen, wobei es trotz stärkster Müdigkeit zu keinem Einschlafen kommt.

Das Abhängigkeitspotential dieser Substanz beschränkt sich grundsätzlich auf die Psyche. Gleichzeitig ist jedoch auch die Gefahr von körperlichen Schäden vorhanden. Schon nach dem ersten Konsum kann ein Lungenhochdruck oder eine starke Hirnblutung entstehen. Letzteres Risiko ist bei der Kombination mit Ecstasy im verstärkten Maße gegeben.

Sollte der Konsum langfristig stattfinden, ist die Gefahr erheblich höher, und die chronischen Folgen reichen von Nierenschäden und Schlaganfällen bis hin zum plötzlichen Tod.

Kokain als Partydroge

Kokain wird nur im beschränkten Maße als Partydroge bezeichnet. Dies liegt einerseits an den hohen Preisen, andererseits aber auch an dem starken Abhängigkeitspotential. Dennoch wird diese starke Stimulans in vielen Partylocations konsumiert, wobei der Besitz dieser Droge beinahe schon als Statussymbol angesehen wird.

Die Einnahme von Kokain findet zumeist durch die Nase statt. Dabei wird ein zusammengerolltes Papier (z.B. ein Geldschein) als eine Art Strohhalm verwendet, durch den das weiße Pulver aufgenommen wird. Die dadurch entstehende Wirkung hat einen gravierenden Einfluss auf das Nervensystem: Ermüdungserscheinungen verschwinden, Hungergefühle werden nicht mehr wahrgenommen und eine euphorische Stimmung kommt auf. Somit werden auch keine Nebenwirkungen empfunden, die bei einem solchen Konsum jedoch die logische Folge sind. Dazu zählen unter anderem eine Erhöhung der Atem- bzw. Pulsfrequenz und ein höherer Blutdruck. Für Schwangere stellt vor allem Letzteres eine große Gefahr dar, weil hierdurch die Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt verstärkt wird.

Darüber hinaus ist schon bei einem einmaligen Konsum ein Abhängigkeitspotential vorhanden, da nach dem Rausch häufig ein Stimmungstief (bis hin zur Depression) auftritt, wodurch der Wunsch nach einer erneuten Einnahme aufkommen könnte.

Das Abhängigkeitspotential fällt noch erheblich gravierender aus, sollte das Kokain mit Natron gemischt und dann mit Hilfe einer Pfeife inhaliert bzw. geraucht werden. Diese spezielle Mischung wird als Crack bezeichnet und ist vor allem in der Prostitution sehr verbreitet.

Rechtliche Situation von Partydrogen

Die rechtliche Situation ergibt sich innerhalb der Bundesrepublik Deutschland aus dem Betäubungsmittelgesetz. Darin werden alle Betäubungsmittel in drei verschiedene Gruppen unterteilt, wodurch der Umgang mit dem entsprechenden Mittel bestimmt ist. Betäubungsmittel aus der Anlage 1 dürfen grundsätzlich nicht im Umlauf sein, sofern hierfür keine spezielle Genehmigung vorliegt. Betroffen ist hiervon unter anderem Kokain, Ecstasy, Meth, LSD, GHB, Speed und Heroin.

Seit vielen Jahren wird fälschlicherweise angenommen, der Drogenbesitz im geringen Maße stelle keine Straftat dar. Doch laut Gesetzbuch ist jeder Besitz von Betäubungsmitteln der Anlage 1 gesetzeswidrig. Allerdings werden die Anklageverfahren, bei einem geringen Drogenbesitz, zumeist eingestellt, womit auch geklärt sein dürfte, woher der erwähnte Irrglaube stammt. Ein Sonderfall liegt jedoch vor, sollte der Besitzer das 22. Lebensjahr erlangt haben und die entsprechenden Betäubungsmittel (unabhängig von der Menge) an minderjährige Personen weitergeben. Solch ein Vergehen wird grundsätzlich mit einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr geahndet.

Sollte der Drogenverkauf im großen Maße stattgefunden haben, ist mit noch härteren Konsequenzen zu rechnen, wobei das Strafmaß eine Freiheitsstrafe von bis zu 15 Jahren hergibt. Letztendlich liegt es jedoch immer im Ermessen des Richters, welche Strafe er für angemessen hält.



Drogen - Ratgeber
So können Sie Drogenkosum erkennen
Informationen zum Umgang Abhängigen
Ratgeber zum Thema Drogenprävention