Drogentherapie - Raus aus der Drogensucht

Wie schlimm die Sucht nach Drogen ist, wird den Betroffenen oft erst deutlich, wenn sie ganz unten angekommen sind. Drogensucht zerstört Leben. Und war in vielerlei Hinsicht. Der Süchtige ist entweder außerhalb der wirklichen Welt, weil er sich im Rausch der Droge befindet. Oder er ist auf der Suche nach Nachschub, wenn sein Vorrat aufgebraucht ist. Dabei geht er ohne Rücksicht auf Verluste vor, soziale Kontakte existieren nicht mehr, es wird gestohlen und gelogen, um die Drogensucht zu befriedigen. Wenn der Drogensüchtige eigentlich nicht mehr weiter sinken kann, ist nicht selten der Zeitpunkt für eine Drogentherapie gekommen. Vielfach sind es Familienangehörige oder Freunde, die dem Süchtigen dabei helfen, eine Drogentherapie zu machen. Doch zuweilen sind es auch die Betroffenen selbst, die in einem klaren Moment feststellen, dass sie eine Therapie benötigen. Manchmal sind es auch Erlebnisse, die beinahe zum Tode führen, die den Drogensüchtigen zu einer Drogentherapie bewegen. Der Schritt in die Therapie ist oft die letzte Möglichkeit, das Leben noch einmal neu in den Griff zu bekommen. Doch auch nach der Therapie ist die Arbeit nicht vollendet. Die Gefahr auf Rückfälle besteht nahezu immer, sodass der Prozess eigentlich niemals aufhört.

Eine Drogentherapie folgt einem bestimmten Ablauf. Zunächst muss der Süchtige einen Arzt oder eine Beratungsstelle aufsuchen. Dann folgt der körperliche Entzug von den Drogen. Diese Phase ist von grundlegender Bedeutung, viele Süchtige brechen bereits nach kurzer Zeit die Therapie wieder ab, weil ihnen die Entzugserscheinungen unerträglich erscheinen. Neben den körperlichen Auswirkungen, die der Entzug mit sich bringt, sind es auch die psychischen Belastungen, die dem Patienten zu schaffen machen. Angst, Depression und aggressives Verhalten können in der Phase des körperlichen Entzugs massiv auftreten und zu drastischen Schwierigkeiten beim Entzug führen. Wenn der körperliche Entzug nach ungefähr 2 Wochen überstanden ist, folgt die psychologische Entwöhnung. Sie dauert deutlich länger und findet in speziellen therapeutischen Einrichtungen statt. Die Behandlungsdauer wird von der Deutschen Rentenversicherung festgelegt. Während die Entwöhnungsphase nach der Drogentherapie früher für bis zu 12 Monaten bewilligt wurde, beträgt der Behandlungszeitraum inzwischen noch rund 6 Monate. Die Entwöhnungsphase ist für die Patienten eine schwierige Zeit, therapeutische Begleitung und regelmäßige Gespräche sind von größter Bedeutung. Viele Patienten bekommen in dieser Zeit das Gefühl der Rat- und Hilflosigkeit und kommen gedanklich immer wieder in die Nähe der Drogen, die sie früher genommen haben. Ist die Entwöhnung nach einem halben Jahr geschafft, folgt die letzte Phase der Drogentherapie. Es handelt sich dabei um die Adaptionsphase. Die spielt deswegen eine entscheidende Rolle, weil es nun darum geht, den Betroffenen wieder in die Gesellschaft einzugliedern. Es geht um die alltäglichen Dinge wie das Beschaffen einer neuen Wohnung, die Möglichkeit, Praktika zu machen oder eine Arbeitsstelle zu finden. Man könnte auch sagen, dass e sich bei dieser Phase der Drogentherapie um den Prozess des Normalisierens oder Eingliederns handelt. Die Adaptionsphase wird vom Kostenträger in aller Regel für vier Monate getragen, sodass die Gesamtdauer der Drogentherapie ungefähr 10 Monate beträgt.

Nach dem Ende der Adaptionsphase wird der ehemals Süchtige weiterhin auf seinem Weg zurück in die Gesellschaft begleitet. Oft zieht er in eine therapeutische Wohngruppe, bevor er sich eine eigene Wohnung anmieten kann. Dort finden weitere therapeutische Gespräche statt, der Betroffene wird auf seinem Weg weiter begleitet. Auch wenn der Schritt hinaus aus der Wohngruppe in eine eigene Wohnung gemacht ist, darf die Betreuung nicht aufhören. Die Gefahr eines Rückfalls wäre zu groß. Nicht selten sind es kleine Ereignisse oder Enttäuschungen, die dazu führen können, dass die Welt wieder auseinanderbricht und die Sucht die Oberhand gewinnt. Der Betroffene muss sich daher regelmäßig bei ärzten, Therapeuten oder in Beratungsstellen einfinden. Eine besondere Rolle bei der Drogentherapie spielen Kinder und Jugendliche, die oft von Drogenproblemen betroffen sind. Für sie gibt es eine längere Nachbehandlungszeit. Sie leben oft in Nachsorgeeinrichtungen. Dabei handelt es sich um spezielle Wohngruppen für Kinder und Jugendliche, die auf die Behandlung und Betreuung nach der Drogentherapie spezialisiert sind. Die Themen, um die es in diesen Einrichtungen geht, sind Schule, Beruf, Ausbildung, aber auch die Familien oder die erfolgreiche Entwicklung der Persönlichkeit. Gerade dieser letzte Punkt ist bedeutsam. Je schwächer und fragiler eine Persönlichkeit ist, desto größer ist die Gefahr, dass sie der alten Sucht wieder verfällt. Es geht um die Festigung der Frustrationstoleranz, es geht darum, mit Misserfolgen umgehen zu können und nach Rückschlägen nicht aufzugeben, sondern wieder aufzustehen. Der Aufenthalt in Kinder- und Jugendwohngruppen dauert nicht selten bis zu zwei Jahre. Ziel ist es, dauerhaft Stabilität und Kontinuität in das Leben der Betroffenen zu bringen.

Eine Drogentherapie ist nicht nur für die Beteiligten selbst eine Chance, wieder in ein normales Leben zurückzufinden. Auch die Gesellschaft sieht in der Finanzierung von Therapien Chancen. Viele Straftaten entstehen aufgrund von Beschaffungskriminalität, daher ist das Ermöglichen einer Drogentherapie auch ein Versuch, der Kriminalität entgegenzutreten. Dabei hat sich immer mehr die Erkenntnis durchgesetzt, dass es wenig sinnvoll ist, Drogenabhängige zu bestrafen. Solange die Sucht nicht erfolgreich bekämpft werden konnte, wird es immer wieder zu kriminellen übergriffen kommen. Polizei und Justiz setzen zum Teil auch auf die Ausübung eines gewissen Drucks. So kommt es oft zu der Variante, dass der Drogensüchtige von einem Haftantritt nach einer bewiesenen Straftat verschont wird. Im Gegenzug muss er jedoch eine Drogentherapie antreten. Die Strafe wird ihm dann unter Umständen erlassen. Voraussetzung dafür ist jedoch der ergolreiche Abschluss der Drogentherapie.



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