Drogenberatung - Hilfe für Drogenabhängige

Irgendwann lässt es sich nicht mehr leugnen. Viele Menschen mit einem Drogenproblem wollen es lange Zeit nicht sehen. Aussagen wie "Ich habe alles im Griff" oder "Ich kann jederzeit aufhören" sind in den meisten Fällen Selbsttäuschung. Doch irgendwann kann man die Augen nicht mehr verschließen vor den Tatsachen. Wenn man sich darüber im Klaren geworden ist, dass es eben doch nicht so einfach ist mit dem Aufhören, dann sollte man eine Drogenberatung aufsuchen. Sie ist der erste Schritt in die richtige Richtung.

Eine Drogenberatung darf eines in keinem Fall sein: belehrend. Die Klienten, die um Hilfe bitten, wissen, dass sie ein Problem haben. Daher ist es wichtig, ihnen hilfsbereit und mit dem nötigen Respekt zu begegnen. Eine Bestandsaufnahme ist für eine erfolgreiche Drogenberatung zwar wichtig, damit der Klient weiß, wo er steht. Doch letztlich muss er selbst zu den entscheidenden Erkenntnissen kommen. Die Beratung hilft ihm begleitend und wertschätzend dabei. Den typischen Klienten gibt es übrigens nicht. Menschen aus allen gesellschaftlichen Schichten und mit jeder Herkunft können in die Situation kommen, eine Drogenberatung in Anspruch zu nehmen. Diese Tatsache macht es für die Berater umso wichtiger, unvoreingenommen an die Beratung heranzugehen. Neben dem Umgang mit Menschen müssen Drogenberater über fachliches Wissen verfügen. Der Begriff Qualitätsmanagement ist nicht nur in wirtschaftlich ausgerichteten Unternehmen von Bedeutung, sondern auch in der Drogenberatung. Es geht darum, an den eigenen Standards zu arbeiten, um die Qualität der Arbeit stetig zu verbessern.

In modernen Zeiten muss sich auch die Drogenberatung anpassen. An neue Kommunikationswege und Technologien. Das Gespräch unter vier Augen ist nach wie vor die beste Art und Weise, sich auf das Thema einzulassen. Der Klient spürt die Nähe eines Menschen, wichtige Faktoren wie die Stimme, Gesten und die Mimik können zum Erfolg einer Drogenberatung beitragen. Doch nicht immer ist das persönliche Gespräch möglich oder erwünscht. Viele Betroffene scheuen den Weg in eine Beratungsstelle, wissen aber dennoch, dass sie Hilfe brauchen. Hier kann die Anonymität des Internets durchaus hilfreich sein. Es ist längst nicht mehr ungewöhnlich, eine Drogenberatung auch über E-Mails zu nutzen. Der Klient weiß sich in seiner vertrauten Umgebung und kann aus diesem Schutz heraus mit seiner Problematik umgehen. Von entscheidender Bedeutung ist in diesem Fall die Kompetenz des Beraters. Er muss auf den persönlichen Kontakt verzichten und kann die Vorteile des Vier-Augen-Gesprächs nicht nutzen. Umso wichtiger ist es daher, dass er über das Medium der geschriebenen Sprache die richtigen Worte findet. Das Gleiche gilt für die Chatberatung. Auch sie ist ein Mittel, das Betroffene in Anspruch nehmen, wenn sie den persönlichen Kontakt scheuen. Ein wichtiger Punkt bei einer Beratung per Mail oder Chat ist die Erreichbarkeit. Der Ratsuchende muss wissen, wann er chatten kann und Antwort erhält. Er muss das Gefühl haben, dass seine E-Mails zeitnah beantwortet werden. Für das Selbstwertgefühl ist es wichtig, dass die Kontaktaufnahme schnell erfolgt, da sonst die Gefahr besteht, dass der Klient sich nicht ernst genommen fühlt und das Vorhaben aufgibt.

Bei einer Drogenberatung geht es um mehr als nur um Drogen. Der Begriff Suchtberatung könnte ebenso verwendet werden. Denn Drogen gibt es in einer großen Zahl, und sie müssen nicht immer geraucht oder gespritzt werden. Auch bei einem Beratungsgespräch über Spielsucht, Verhaltenssucht oder Computersucht handelt es sich im weitesten Sinne um eine Drogenberatung. Eine weitere Rolle spielt die Prävention. Eine Drogenberatung beginnt im besten Fall bereits, bevor das Problem sich ausweiten kann. Die Arbeit mit Jugendlichen und in Schulen ist daher wichtig bei dem Thema Drogenberatung. Jugendwohngruppen und Familien sind ebenfalls die Orte, an denen Beratungsgepräche stattfinden können, noch bevor die Lage eskaliert ist. Dabei gehen Beratung und Vorsorge Hand in Hand. Doch nicht immer gelingt es, durch Drogenberatung den Missbrauch zu verhindern. Jedes Jahr geraten viele Menschen in den fatalen Strudel von Drogen unterschiedlichster Art. Oft ist es ein schleichender Prozess, der in die Abhängigkeit führt. Und allein die Erkenntnis, dass man es nicht mehr ohne Hilfe schafft, aus diesem Strudel herauszukommen, reicht nicht aus, um am Ende ohne Drogen von vorn beginnen zu können. Die Drogenberatung hilft dabei, die eigene Sucht zu erkennen und Wege heraus zu finden. In vielen Fällen geschieht das in ambulanter Form. In Beratungsstellen können die Betroffenen die Drogenberatung in Anspruch nehmen und mit den Beratern über sinnvolle Strategien sprechen, um dem Teufelskreis zu entkommen. Immer häufiger treten auch mobile Beratungsstellen in Erscheinung, die sich den Abhängigen in ihrer vertrauten Umgebung nähern. Wenn die Drogenberatung eine Therapieempfehlung zur Folge hat, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, wie und wo diese stattfinden kann. Oft ist es der Weg in die stationäre Betreuung, der unumgänglich ist. Hier gibt es eine Vielzahl an Therapieformen, die infrage kommen. Es muss nicht immer ein Klinikaufenthalt sein, der der Drogenberatung folgt. Auch die Therapie in Entwöhnungseinrichtungen, in Wohnheimen oder Pflegeeinrichtungen kann ein erfolgversprechender Weg sein, um sich von den Drogen zu befreien. Nicht nur, aber ganz besonders für Jugendliche kann die Therapie auf einem Bauernhof die optimale Maßnahme sein, um sich von der Drogensucht heilen zu lassen. Die Tagesabläufe des Hofs, die Regelmäßigkeit und kontinuierliche Gespräche haben in vielen Fällen bereits zu Erfolgen geführt. Drogenberatung hat viele Gesichter und unterschiedliche Facetten. Das Entscheidende ist, dass den Betroffenen das Gefühl vermittelt wird, nicht allein dazustehen und wertvoll zu sein. Die beste Beratung ist die, die den Betroffenen im Laufe der Zeit zu seinem eigenen Drogenberater macht. Zu einem erfolgreichen Drogenberater.



Drogen - Ratgeber
So können Sie Drogenkosum erkennen
Informationen zum Umgang Abhängigen
Ratgeber zum Thema Drogenprävention