Wirkstoffe von Drogen - Mittel zur Erweiterung des Bewusstseins?

Als Drogen bezeichnet man im Allgemeinen Substanzen, deren Konsum zur Veränderung des Bewusstseins oder der Wahrnehmung führt. Dabei ist die Trennlinie vom Genussmittel zur Droge relativ schwer zu ziehen. Es ist davon auszugehen dass der Begriff "Droge" für die Klassifikation von Substanzen dann verwendet wird, wenn es beim Konsum einer Substanz zu Kontrollverlust, Euphorie, Apathie, Depression, verwirrtem Bewusstsein, Schwäche- und Erschöpfungs-Zuständen oder Vergiftungserscheinungen kommen kann. Dabei sind die Wirkstoffe von Drogen verantwortlich für erlebte Veränderungen im Bewusstsein.

Außerdem sind physische oder psychische Abhängigkeit von einer Substanz Hinweise für das Vorliegen einer Droge. Ein weiteres Indiz dafür, dass eine Substanz unter den Begriff "Droge" eingeordnet werden kann, ist ein stetig gesteigertes Verlangen nach der Substanz, was zur Entwicklung von Suchtverhalten beim Konsumenten führt. Im engeren Sinne sind bereits erheblicher Koffein- oder Nikotin-Genuss als Drogenkonsum zu betrachten, in der Gesellschaft werden diese jedoch weitgehend toleriert. Der Alkoholkonsum wird bis zu einem gewissen Grad ebenfalls als normal angesehen, der übergang zur Alkoholsucht ist allerdings fließend. Eine besondere Form der Wirkstoffe von Drogen bilden Medikamente, wenn diese missbräuchlich in zu hohen Dosen und über längere Zeiträume eingenommen werden.

Auslöser psychoaktiver Prozesse durch Wirkstoffe von Drogen

Die Wirkung einer Substanz ist meist auf einen oder mehrere Wirkstoffe von Drogen, die in der jeweiligen Substanz enthalten sind, zurückzuführen.

Cannabis

Am bekanntesten ist wohl die Konsum-Droge, die als Cannabis bezeichnet wird. Cannabis ist die Bezeichnung für bestimmte Hanfpflanzen, die Wirkstoffe von Drogen enthalten. Bei der Herstellung von Marihuana oder Haschisch wird auf eine Konzentration dieser Wirkstoffe abgezielt. Marihuana ist das, aus zerkleinerten, getrockneten weiblichen Blütenständen und Blättern der Cannabispflanze gewonnene "Gras". Haschisch ist das konzentrierte, gepresste Harz der Cannabis Pflanze.

Der Hauptwirkstoff des Cannabis ist das THC, das Tetrahydrocannabinol, dieser zeichnet sich verantwortlich für den psychoaktiven Prozess der Droge. Die Wirkung des THC führt zunächst zu einer erweiterten Wahrnehmung und der Sensibilisierung gegenüber äußeren Reizen. Bei Dauerkonsum schwindet dieser Effekt aber rasch, übrig bleibt eine gewisse Lethargie und Dumpfheit, verlangsamtes Erleben und mangelndes Konzentrationsvermögen. Vor allem bei Jugendlichen ist die Gefahr einer Entwicklungshemmung groß. Auch die mit dem Konsum verbundenen Risiken sind erheblich. Es kommt leicht zur psychischen Abhängigkeit und in der Folge zum Dauerkonsum, was häufig mit Mangel an jeglicher Motivation einhergeht und der Unfähigkeit, sich Ziele zu setzen und diese zu erreichen. Cannabis ist häufig der Auslöser von Drogen-Psychosen, das sind schwere Schizophrenien die mit dem absoluten Entzug der Droge und Medikamenten behandelt werden müssen. Unbehandelt können Psychosen zum Tode führen. Nach dem Entzug der Droge und bei dauerhafter Abstinenz, können therapeutische Maßnahmen gute Ergebnisse bringen.

Kokain

Wirkstoffe von Drogen ganz anderer Art sind die Drogen aus den Bestandteilen der Cocapflanze, als Kokain bekannt. Der Wirkstoff des Kokains ist ein Wiederaufnahme-Hemmer für Dopamin, Noradrenalin und Serotonin. Kokain führt bei anfänglichem Konsum zu Euphorie, Stimmungsaufhellung, Steigerung der Leistungsfähigkeit, vermehrter Aktivität und dem Ausbleiben von Appetit und Müdigkeit. Bei regelmäßigem oder auch dauerndem Konsum stellen sich aber schnell die Folgewirkungen ein. Kokain führt schon nach kurzer Konsumdauer zur körperlichen und psychischen Abhängigkeit.

Lässt die Wirkung des Kokains nach, reagiert der Konsument mit Aggressivität, Gefühllosigkeit und Verrohung. Der Betroffene leidet an gesteigerter Egozentrik, für ihn zählt es nur noch in jedem Falle ausreichende Mengen der Droge griffbereit zu haben. Da Kokain sehr kostspielig ist, kommt es häufig auch zu kriminellen Aktivitäten, um den Konsum zu sichern. Die Droge bewirkt eine starke Persönlichkeits-Veränderung, eigene Gefühle werden nicht mehr wahrgenommen, mit fortschreitendem Verlauf sinkt die Hemmschwelle für Gewalttaten und jegliche Form der menschlichen Ethik geht verloren. Nur nach einer Entgiftung und anschließendem, dauerhaften Entzug des Konsums ist es möglich, mit therapeutischen Maßnahmen zu arbeiten.

Heroin

Wirkstoffe von Drogen sind auch die aus Mohnpflanzen gewonnenen Opiate. Zu der Gruppe der Opiate gehört das Heroin, es wird halbsynthetisch aus Morphin hergestellt, Morphin gewinnt man aus Opium. Heroinsucht ist wohl als die Drogenabhängigkeit mit den geringsten Heilungschancen zu betrachten, es macht schon nach dem ersten Konsum stark abhängig. Der Konsument wird einem rapiden Zerfallsprozess unterworfen, sowohl die Psyche als auch die körperliche Verfassung bauen innerhalb kürzester Zeit vollständig ab. Der Betroffenen wird zum Sklaven seiner Abhängigkeit und zum Schatten seiner selbst. Der Wille mit dem Konsum aufzuhören wird in wachsendem Maße geringer. Um den Kauf der Drogen zu finanzieren, werden meist kriminelle und unethische Handlungen ausgeübt. Die Betroffenen sind nicht zugänglich für Gespräche oder therapeutische Intervention, zunächst muss ein Entzug mit Entgiftung erfolgen. Die Rückfallquoten sind bei Heroinsucht besonders hoch, Substitutionstherapien mit Methadon betrachtet man noch als aussichtsreichste Entzugs-Therapie. Massive Psychotherapien für Suchtkranke sind bei "cleanen" Patienten besonders wichtig, die Betroffenen müssen wieder zurück in eine "reale" Welt finden.

LSD

Eine psychedelische Droge ist das LSD, das Lysergsäurediethylamid, welches auch als Halluzinogen einzuordnen ist. Wirkstoffe von Drogen dieser Art führen weniger zur körperlichen oder psychischen Abhängigkeit, problematisch ist hier vor allem die starke Bewusstseinsveränderung, welche die Grenzen zur Realität aufhebt. Die Wahrnehmung kann sowohl höchste Glückszustände wie auch Horrorvisionen und tiefste innere Zerrüttung hervorrufen. Das Risiko für eine Drogenpsychose ist hier erheblich, vor allem wenn der Konsum über längere Zeiträume fortgesetzt wird. Drogenpsychosen, die unter Einfluss von LSD hervorgerufen werden, sind häufig irreparabel, durch Medikamenten-Einstellung können die Auswirkungen etwas abgemildert werden. Psychotherapeutische Maßnahmen haben in solch einer Verfassung nur geringe Aussicht auf Erfolg, der Zustand ist therapieresistent. Nach einer Stabilisierungsphase kann der Betroffene durch therapeutische Maßnahmen wieder zum "normalen" Leben motiviert werden.

Ectasy

Zur Gruppe der Amphetamine gehört das Ectasy, der Wirkstoff wird als MDMA bezeichnet, 3,4-Methylendisoxy-N-Methylamphetamin. Die Droge bewirkt zunächst Euphorie und den Verlust von Abgrenzungsfähigkeit. Ein übersteigertes "Wir"-Gefühl und das hemmungslose Verausgaben der körperlichen und psychischen Ressourcen führen bald zum Ausbrennen der emotionalen Kapazitäten. Es kommt zu Zusammenbrüchen des Nervensystems mit einhergehender Labilität und völliger Handlungsunfähigkeit.

Wirkstoffe von Drogen, die dieser Sparte angehören, können ebenfalls große, sowohl körperliche wie auch psychische Schäden hinterlassen. Der Wiederaufbau eines stabilen Nervengefüges ist bei Medikamenten-Einstellung möglich, in der Regel werden aber bleibende Schäden davongetragen. Tiefe Depressionen, Angst- und Panikzustände und mangelnde Belastbarkeit in Alltagssituationen führen dazu, dass eine Berufstätigkeit gar nicht mehr oder nur noch eingeschränkt ausgeübt werden kann. Wenn die nervliche Verfassung stabilisiert werden kann, können psychotherapeutische Maßnahmen mit Erfolg eingesetzt werden.



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