Designerdrogen - Synthetisch hergestellte Drogen

Als Drogen werden Stoffe bezeichnet, die in der Lage sind, ihren Konsumenten in einen Rauschzustand zu versetzen. Aufgrund dieser Tatsache ist die Gefahr, von diesen Stoffen abhängig zu werden, sehr groß, denn dieses Rauscherlebnis macht schnell süchtig. Deshalb wendet der Gesetzgeber viel Energie auf, um seine Bürger vor den negativen Folgen von Drogen zu schützen.

Dem Staat gegenüber stehen skrupellose Geschäftemacher, die das Vergnügen der Menschen am Rausch finanziell auszunutzen versuchen. Eine besonders große Gewinnspanne erreichen sie, wenn sie dabei nicht auf die Veredelung natürlicher Stoffe setzen, sondern in die Produktion synthetischer Stoffe investieren.

Sogenannte Designerdrogen sind solche synthetisch hergestellten Drogen, die allein dem Zweck dienen, einen Rausch zu erzeugen. Dabei wird eine solche Wirkung besonders stark herausgearbeitet. Häufig außerdem darauf geachtet, Lücken in der Gesetzgebung auszunutzen: Drogen werden z. B. so kreiert, dass man damit die Bestimmungen des Betäubungsmittelgesetzes umgehen kann.

Als Produktionsstätten werden in der Regel private, illegale Labors benutzt, was eine ganz unterschiedliche Qualität der Produkte zur Folge hat. Das Gesundheitsrisiko beim Konsum ist deshalb nur schwer oder gar nicht einzuschätzen, da sich die Inhaltsstoffe häufig ändern. In jedem Fall steht eine starke psychoaktive Wirkung im Vordergrund, die Nebenwirkungen werden hingegen häufig kaum beachtet, sie können im Einzelfall durchaus lebensbedrohlich sein.

Designerdrogen sind entweder Imitate bereits bekannter Drogen oder aber sie entsprechen einer vollkommen neuen synthetischen Komposition. Mit der Möglichkeit synthetische Stoffe herzustellen, wird also das Angebot an psychoaktiven Stoffen und Wirkungen grundsätzlich sehr stark erhöht.

Verbreitung von Crack

Designerdrogen gehorchen den Gesetzen des Marktes. Sie sind leicht herzustellen und viele private Labors sind darauf spezialisiert, eine möglichst große Menge zu einem möglichst günstigen Preis zu produzieren, um die Bedürfnisse des Marktes zu decken. Das hat zur Folge, dass Designerdrogen verhältnismäßig leicht und günstig zu beschaffen sind.

Die Qualität der angebotenen Mittel schwankt dabei relativ stark, da in jedem Labor unterschiedliche Rezepturen verwendet werden. Besonders skrupellose Hersteller achten nicht auf die zu erwartenden Nebenwirkungen. Schon bei der Produktion kann es so zu Verunreinigungen kommen, zudem werden die Stoffe zur Gewinnmaximierung gestreckt. Das geschieht insbesondere bei solchen, die in Pulverform abgegeben werden, so können auch die Zwischenhändler noch Einfluss auf ihre Gewinnspanne nehmen. Damit ist die genaue Dosis des erworbenen Stoffes für den Konsumenten nicht nachvollziehbar.

Besonders Jugendliche und junge Erwachsene, die rege am Nachtleben teilnehmen, kommen mit Drogen in Kontakt. Die Zahl derer, die Drogen "schon einmal probiert" haben, ist dementsprechend hoch, der gelegentliche Konsum, auch illegaler Drogen, inzwischen relativ weit verbreitet. In bestimmten Diskotheken und Etablissements gehört es zum guten Ton, Drogen zu konsumieren. So steigert sich der Konsum schnell, was Abhängigkeiten begünstigt. Designerdrogen werden auch gern als Partydrogen bezeichnet, da sie in diesem Rahmen besonders gern konsumiert werden.

Die verschiedenen Stoffe liegen in Form von Tabletten oder als Pulver vor, sie werden geschnupft, geschluckt oder geraucht. Das Narkotikum GHB (bekannt geworden unter dem Namen "liquid ecstasy") wird in flüssiger Form vertrieben. Designerdrogen werden in kleinen Mengen verkauft, sodass ein Rausch relativ günstig für fünf bis dreißig Euro zu haben ist. Die Wirkungsdauer reicht dabei von mehreren Stunden bis zu mehreren Tagen.

Wirkung von Crack

Den unterschiedlichen Inhaltsstoffen von Designerdrogen sind ganz unterschiedliche Eigenschaften eigen. Schon durch die Herstellung in privaten Labors mit dem Ziel der Gewinnmaximierung ist eine immergleiche Wirkung nicht zu erwarten. Man erwirbt ein illegales Produkt, selbstredend ohne Gewährleistung und Garantie. Mit welchen Wirkungen und Nebenwirkungen es ausgestattet ist, ist sehr fraglich.

Schon grundsätzlich lassen sich die unterschiedlichen Drogenarten bei Kauf nur schwer unterscheiden. Die Pille, die man erwirbt, hat keine Packungsbeilage oder Dosierungsanleitung. Die Wirkung jeder einzelnen kann je nach Qualität und Inhaltsstoffen ganz unterschiedlich sein, zudem hat natürlich auch die physische Beschaffenheit des Konsumenten Einfluss auf die Wirkung.

Eine preisgünstige Ecstasypille für fünf bis zehn Euro wirkt nur wenige Stunden, deshalb wird im Laufe eines Abends oft "nachgeworfen". Das vergleichsweise teure Crystal für 30 Euro wirkt dagegen für bis zu 30 Stunden. Die Wirkungen sind ähnlich, die Risiken oder Nebenwirkungen recht unterschiedlich, in jedem Fall ist aber die Gesundheitsgefahr sehr hoch.

Die Wirkungsbereiche von Drogen, die synthetisch hergestellt werden, gehen weit auseinander und sind nicht in einem Begriff zusammenzufassen. Sie reichen von extrem aufputschend, wie sie gern in Diskotheken konsumiert werden, um tagelang durchzutanzen, bis zu stark dämpfend, beispielsweise um die aufputschende Wirkung einer anderen Droge zu lindern.

In jedem Fall verändert sich mit der Einnahme die Wahrnehmung des Konsumenten. Er agiert und reagiert anderes, wodurch Gefahren für ihn selbst und sein Umfeld entstehen. Es entwickelt sich ein eklatantes Missverhältnis zwischen der empfundenen und der realen Leistungsfähigkeit. Ein sehr stark gesteigertes Selbstvertrauen führt zu Selbstüberschätzungen, deren Folgen vor allem im Straßenverkehr deutlich sichtbar werden.

Solche Stoffe setzen außerdem häufig natürliche Schutzmechanismen des Körpers, zumindest zeitweise, außer Kraft. Bedürfnisse wie die nach Schlaf oder Nahrung werden nicht mehr wahrgenommen. So besteht beispielsweise die akute Gefahr zu dehydrieren, da man den eigenen Durst nicht adäquat zur Kenntnis nimmt.

Die körperlichen Grenzen können im Drogenrausch sehr weit gedehnt werden, was später zwangsläufig eine lange Regenerationsphase zur Folge hat. Nicht zu kalkulieren sind Langzeitfolgen, eine Gesundheitsschädigung ist aber mehr als wahrscheinlich.

Schmerzhemmende Drogen (morphinartig)

Morphinartige Stoffe haben eine stark dämpfende Wirkung, sie schränken die Wahrnehmung besonders stark ein. Daraus resultiert häufig eine große Euphorie des Konsumenten, da er seine aktuelle Lebensumstände nicht mehr realitätsgetreu wahrnimmt, also auch Probleme und Sorgen "vergisst".

In aller Regel hat diese Verringerung der Wahrnehmung eine beruhigende Wirkung, deshalb werden solche Mittel besonders häufig in der Folge der Aufnahme von aufputschenden Drogen als "Einschlafhilfe" eingesetzt. Neben der durch das Bewusstsein wahrgenommenen Beruhigung wirken die Stoffe natürlich auch auf den Körper. Herzfrequenz und Blutdruck werden gesenkt, so kommt der Körper scheinbar wieder auf einen Normallevel. Doch die künstliche Regulierung der Körperfunktionen funktioniert ohne medizinische Betreuung natürlich nicht fehlerfrei, sie befördert das Suchtverhalten geradezu.

Häufig wird die Wirkung morphinartiger Drogen auch als sehr negativ wahrgenommen. Dass die gewohnte Umgebung nicht mehr voll erfasst und wahrgenommen werden kann, wird dann als bedrohlich empfunden, ein Gefühl der emotionalen Lähmung setzt ein. Die daraus resultierende Angst kann eine starke Niedergeschlagenheit bis hin zur Depression zur Folge haben. Eine körperliche und seelische Abhängigkeit tritt oft sehr schnell ein. Dann nimmt man abgesehen von der Gier nach der Droge am Alltag nur noch lustlos teil. Die anfängliche Rauschwirkung bleibt nun aus.

Aufputschende Drogen (Amphetamine)

Besonders beliebt bei Jugendlichen ist die aufputschende Wirkung von Amphetaminen, sie werden umgangssprachlich meist als Ecstasy bezeichnet, obwohl sich eine ganze Reihe von Inhaltsstoffen und Wirkungsweisen dahinter verbirgt.

Verkauft werden sie meist in Tablettenform, häufig mit einem eingestanzten "Markenzeichen" der Hersteller versehen. Auch diese haben eine stark bewusstseinsverändernde Wirkung, die als ausgesprochen positiv wahrgenommen wird. Das Zentralnervensystem wird in einer Weise stimuliert, die starke Glücksgefühle und eine starke Verbundenheit zu anderen Menschen auslöst. Als besonders typisch gilt das Empfinden einer großen emotionalen Wärme und das Bedürfnis nach Gruppenzugehörigkeit. Zudem erhöht sich Konzentrationsfähigkeit und man fühlt sich besonders aktiv und kraftstrotzend. Bei überdosierung stellen sich dann jedoch Verwirrung und Halluzinationen ein.

Nach außen hin wirken die Konsumenten ausgesprochen kommunikativ und leistungsfähig, oft werden sie auch als ruhelos beschrieben. Wie bei allen Designerdrogen ist ihre Wirkung außerordentlich schlecht dokumentiert, ihr Konsum kann unter Umständen zum Tode führen. Herzrhythmusstörungen und epileptische Krämpfe sind häufige Begleiterscheinungen, genauso wie ein starker Anstieg der Körpertemperatur, denn deren Regulierung wird durch Amphetamine beeinflusst. In extremen Fällen besteht sogar die Gefahr eines Hitzschlages. Ein häufiger Konsum hat Nervenschädigungen, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen zur Folge. Auch psychotische Störungen sind dafür typisch.

Außerdem wird häufig des Erinnerungsvermögens beeinträchtigt, da sich die Informationsspeicherung im Gehirn verändert. Ob es sich auch nach einem Dauerkonsum vollständig erholen kann, ist äußerst fraglich.

Wahrnehmungserweiternde Drogen (Halluzinogene)

Auch halluzinogene Wirkungen werden mit synthetisch hergestellten Mitteln erzeugt. Darunter versteht man insbesondere Veränderungen in der visuellen und akustischen Wahrnehmung. Oft wird außerdem die haptische Wahrnehmung beeinflusst.

Die Wahrnehmungsveränderung halluzinogener Drogen bezieht sich häufig auf die Verstärkung von Farben und Mustern. Auch Musik wird intensiver erlebt, was zu zum Teil euphorischen Stimmungen führt. Die Empfindungen sind zum Teil so stark, dass der Konsum solcher Drogen häufig mit einer spirituellen Erfahrung verglichen wird.

Der halluzinogene Rausch kann jedoch jederzeit seine positiven Eigenschaften verlieren und stark negative Züge entwickeln. Dieses Erlebnis wird wiederum als sehr quälend empfunden, insbesondere bei sehr langer Wirkungsdauer. Mit ihm gehen starke ängste, Verwirrung und Verzweiflung einher. Es besteht die Gefahr, sich in unangenehme Gefühlszustände in einer Art hineinzusteigern, die neurotische und paranoide Züge trägt.

Nach einem Rausch können sich sehr negative Empfindungen von Erschöpfung und Leere einstellen. Wer diese besonders stark psychoaktiven Drogen regelmäßig konsumiert, läuft Gefahr, den Bezug zur Realität zu verlieren. Es wird dann zunehmend schwierig, sich noch im Alltag zurechtzufinden, weil sich das Erleben und Wahrnehmen verändert. Physiologische Abhängigkeiten sind eher selten, die Gefahr einer psychologischen Suchterkrankung ist jedoch besonders hoch.

Designerdrogen und das Gesetz

Maßgeblich für die Entscheidung zwischen Legalität oder Illegalität eines Stoffes ist das Betäubungsmittelgesetz. Bestimmte Drogen, wie Alkohol oder Nikotin, sind im Alltag fest verankert und ihr Konsum wird nicht oder nur in Ausnahmefällen (Abgabe an Jugendliche) bestraft, obwohl auch sie nachweislich die Gesundheit beeinträchtigen. Andere Stoffe mit ähnlicher Wirkung insbesondere Cannabis dürfen jedoch nicht straffrei konsumiert werden. Die Gefährlichkeit von Designerdrogen ist bewiesenermaßen sehr hoch, deshalb wird ihr Konsum zu Recht durch das Betäubungsmittelgesetz eingeschränkt.

Grundsätzlich sind der Besitz und die Herstellung illegaler Substanzen strafbar und werden von der Polizei verfolgt. Vor allem, wer mit seinem Konsum Minderjährige gefährdet, muss mit einer Strafverfolgung rechnen, auch wenn die konsumierte Menge selbst eher gering ist.

Bei der Strafverfolgung weicher Drogen spielt die Menge der entdeckten Drogen eine große Rolle für das anzusetzende Strafmaß. Wird nicht mehr gefunden, als für den Eigenverbrauch benötigt wird, kann das Strafverfahren im günstigsten Fall sogar eingestellt werden. Diese weiche Auslegung der Vorschriften gilt für Designerdrogen jedoch nicht, wer sich mit solchen, harten Drogen erwischen lässt, wird konsequent bestraft.

Das Führen von Fahrzeugen unter Drogeneinfluss ist natürlich ebenso strafbar, im Gegensatz zur legalen Droge Alkohol gilt hier aber die Null-Promille-Grenze. Auch lange nach der Einnahme sind entsprechende Substanzen im Körper noch nachweisbar.

Selbst wenn die Rauschwirkung längst verflogen ist, braucht der Körper noch einige Zeit, die zugeführten Substanzen abzubauen und auszuscheiden. Bis maximal vier Tage nach der Einnahme sind bestimmte Stoffe im Urin nachweisbar. Immer häufiger gelingt der Polizei auch der Nachweis solcher Stoffe.



Drogen - Ratgeber
So können Sie Drogenkosum erkennen
Informationen zum Umgang Abhängigen
Ratgeber zum Thema Drogenprävention