Biodrogen auf Basis von Extrakten

Als Biodrogen werden Nachtschattengewächse bezeichnet, deren pflanzliche Halluzinogene nach der Einnahme die persönliche Hemmschwelle herabsetzen und Sie in einen Rauschzustand versetzen. Einige der bekanntesten Pflanzen sind Stechapfel, Tollkirsche oder Engelstrompete. Getrocknet oder als Tee zubereitet, gelangen sie schnell ins Gehirn und entfalten ihre berauschende Wirkung. Die häufigsten Symtome sind Wahnvorstellungen, Unruhe und Euphorie. Die Einahme von Stechapfelkernen kann Krampfanfälle und Herzrythmusstörungen auslösen. Die Tollkirsche verursacht Kontrollverlust, Halluzinationen und Verwirrtheit. Biodrogen wirken erst nach ca. 30 bis 45 Minuten und es besteht die Gefahr, dass Sie die Dosierung als zu gering einschätzen. Hier ist weniger oft mehr. Viele Biodrogen fallen nicht unter das Betäubungsmittelgesetz und sind legal erhältlich. Die regelmäßige Einnahme ist problemlos möglich. Der übergang vom Rauschzustand in die Abhängigkeit und Sucht ist fließend. Die Bereitschaft, auch stärkere Drogen zu nehmen, wächst.

Der Begriff "Biodrogen" ist ein wenig irreführend, suggeriert er doch, durch die Vorsilbe "Bio", dass es sich hier um eine Droge handelt, die nicht so gefährlich ist und vielleicht sogar etwas mit "Gesundheit" zu tun hat. Dies ist aber leider ein Irrtum, wie die folgenden Ausführungen beweisen werden.

Was versteht man unter "Biodrogen?"

Biodrogen sind von der Basis her Extrakte, die man aus Pflanzen, Wurzeln, Früchten, Rinden oder auch Pilzen gewinnt. Sie können verschiedene Wirkungen - zum Beispiel halluzinogener Art - hervorrufen, da sie so genannte "psychotrope" Wirkstoffe enthalten. Das heißt, dass sie Wirkungen haben, die auf das zentrale Nervensystem dämpfende oder stimulierende Wirkung ausüben können. Sie enthalten also, um es vereinfacht zu sagen, Nervengifte. Biodrogen sind so genannte "Nachtschattendrogen", zu denen unter anderem die Tollkirsche, der Stechapfel oder auch schwarzes Bilsenkraut sowie die Engelstrompete gehören. Interessant ist, dass deren Wirkstoffe als Medizin gelten und der Konsum unter das Arzneimittelgesetz fällt.

Fachleute beobachten in der letzten Zeit einen vermehrten Konsum - gerade unter Jugendlichen -, denn ein Spaziergang in Wald und Feld ermöglicht es auf einfache und vor allem kostenlose Art, Fliegenpilze, Tollkirsche & Co. bequem zu ernten - ganz legal, da ihr "Genuss" auch nicht unter das Betäubungsmittelgesetz fällt und lediglich der Handel verboten ist.

Biodrogen und deren Wirkung

Verschiedene Nachtschattengewächse, zu denen, wie erwähnt, auch die Tollkirsche und der Stechapfel gehören, können, je nach der Menge des Konsums, starke Halluzinationen bewirken und deren Substanzen haben eine aufputschende Wirkung. Bei der Engelstrompete zum Beispiel sind alle Pflanzenteile giftig. Schon eine geringe Dosis zieht eine Pupillenerweiterung nach sich- je nach Dosierung auch Erbrechen oder Durchfall - im schlimmsten Fall beides. Das Fatale hierbei ist nicht nur, dass jeder sich diese Pflanzen in der Natur beschaffen kann, sondern dass Anleitungen zur Zubereitung solcher Drogen wohlfeil im Internet zu haben sind. Ein Klick - und schon bekommt der Suchende das "passende" Rezept zur Herstellung solcher Halluzinogene. So entfalten - eine weitere Tücke - die meisten Pflanzenextrakte eine zeitversetzte Wirkung: sollte man sich also einen Tee aus den Blättern der Engelstrompete zubereiten und nicht gleich eine Wirkung verspüren und deshalb die Konzentration erhöhen, könnte dies zwei Stunden später schon eine verheerende Wirkung zeigen. Die Nervengifte, die hier am Werk sind, sind vor allem so genannte Alkaloide - hier Atropin und Skopolamin. So wirkt das Atropin auf die Zahl des Herzschlags und kann bei Herzerkrankungen, die nicht erkannt sind, lebensgefährliche Folgen nach sich ziehen. Auf das vegetative Nervensystem dagegen beruhigend wirkt das Skopolamin. So ergibt sich in der Kombination der beiden Wirkstoffe eine Interaktion, die mit Pupillenerweiterung und einer Veränderung der visuellen Wahrnehmung einhergeht. Auch eine Rötung der Haut kann auftreten, sowie eine Trockenhaut der Mundschleimhäute. Das Skopolamin bewirkt einen tranceähnlichen Zustand. Hier ist besonders zu erwähnen, dass bei der Zubereitung dieser Biodrogen - also ihrer genauen Dosierung - besondere Tücken auftreten können: jede Pflanze hat ihre eigene und individuelle Konzentration der Giftstoffe. So hängt die Wirkung bei der Herstellung nicht nur von der Art ab: ob als Salbe, Tee, oder als Pulver zum Schnupfen; die Giftstoffkonzentration variiert auch je nach Jahreszeit. Auch die Beschaffenheit des Bodens und der "Fundort" spielen eine entscheidende Rolle. Weitere entscheidende Faktoren sind natürlich auch das Gewicht des Konsumenten, seine individuelle Körperkonstitution und - ein ganz wichtiger Faktor - der aktuelle Gemütszustand, in dem er sich zur Zeit der Drogeneinnahme befindet. So genannte "Zauberpilze" oder englisch "magic mushrooms" genannt, kamen besonders in den sechziger und siebziger Jahren in Mode. Sie waren vor allem in der "Techno" Szene "in", da diese Art der Musik auf die Konsumenten mittels dieser Extrakte aus den Pilzen auf eine besondere und intensivere Art empfunden wurde. In Kombination mit bestimmten Lichteffekten fühlten die Konsumenten sich bei dieser Musik unter dem Genuss der Drogen in einen tranceähnlichen Zustand versetzt.

Somit kann man folgern, dass Biodrogen alles andere als harmlos sind. Alleine im "einsamen Kämmerlein" gebraut, können sie unabsehbare, und für den Konsumenten unkontrollierbare, Folgen und gesundheitliche Schäden nach sich ziehen und im schlimmsten Fall tödlich enden. Das zunehmende Ansteigen des Genusses von Biodrogen sehen Fachleute nicht nur der Tatsache geschuldet, dass jeder sich straffrei diese Pflanzen oder Pilze beschaffen kann, sondern vor allem in der Suche nach Vorbildern in der Gesellschaft, sowie als eine vermeintliche Flucht aus dem Alltag als Antwort auf die immer größer werdenden Anforderungen und damit eines immer größer werdenden Drucks auf den Einzelnen. Ebenso spiele, so sagen die Kenner der Materie, die fortschreitende Vereinsamung des Einzelnen eine große Rolle und damit der verstärkte Wunsch, dem Alltag und seinen als überforderung empfundenen Aufgaben mit Biodrogen zu entfliehen.



Drogen - Ratgeber
So können Sie Drogenkosum erkennen
Informationen zum Umgang Abhängigen
Ratgeber zum Thema Drogenprävention