Barbiturate

Barbiturate, Derivate des sechsgliedrigen Barbitursäurerings, wurden 1864 erstmals hergestellt und waren seit Anfang des 20. Jahrhunderts das Schlafmittel schlechthin. Aufgrund ihrer Nebenwirkungen und ihrer Gefährlichkeit sind sie seit 1992 in Deutschland, ebenso in der Schweiz nicht mehr in dieser therapeutischen Anwendung zugelassen. Barbiturate verhindern den Atemantrieb über die CO2-Chemorezeptoren, dieser erfolgt nur noch über die schwächeren O2-Chemorezeptoren. Wenn also nach einer Barbiturat-Vergiftung die Atmung des Patienten dramatisch sinkt und unwissentlich eine Sauerstoffmaske gesetzt wird, stellen die O2-Rezeptoren die Atmung ganz ab. Die zentrale Atemlähmung ist ein wirksamer Effekt der Barbiturate, weshalb sie in den USA in Kombination auch zur Hinrichtung eingesetzt werden. Barbiturate werden als Schlafmittel ge-und missbraucht, da sie schlaferzwingend wirken. Bei einer unbeabsichtigten überdosis steht kein Gegenmittel zur Verfügung, was letal enden kann. Zudem erzeugen sie auch nach kürzerem Gebrauch eine starke psychische und körperliche Abhängigkeit mit schweren Folgen, die denen des Alkoholismus ähneln. Bei plötzlichem Entzug kann - ebenso wie beim Alkoholismus - Delirium tremens eintreten. Bei Ersteinnahme der Mittel verlängert sich zunächst der Schlaf, allerdings mit verkürztem REM-Schlaf und verkürztem Stadium 4 des Non-REM-Schlafes (traumlose Phase), nach kurzer Zeit setzt Toleranzentwicklung ein und die Schlafdauer sinkt wieder. Durch Verkürzung des REM-Schlafes fühlen sich Barbiturat-Anwender zerschlagen und "verkatert".



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